„denn man sieht nur die im Lichte..“

Zeitz: Franziskanerkloster |

Warum "Die Zauberflöte" zu den Menschen kommt hat ganz ernste Hintergründe

Kürzlich (am 22. Juni) bei schönstem Sonnenschein kam heiter und beschwingt die Königin der Nacht in den Hof des Zeitzer Franziskanerklosters. Morgens für Kleine und abends für Große wurde „im Taschenbuchformat“ Mozarts Oper „Die Zauberflöte“ gegeben. Musik auf Rädern, nennen die Veranstalter das Format, mit dem sie durch ganz Deutschland touren.

Ein Streichquartett und vier Stimmen geben eine Oper in Kurzfassung als klassische Straßenmusik. Anstelle längerer Passagen wird geistreich, leicht und flockig zwischen den Arien in sehr heutiger und auf Wesentliches reduzierter Ausstattung die Handlung erzählt. Verständlich auch für jene, denen die Welt der Oper eher fremd ist oder bisher fremd bleiben musste. Das, was so heiter und beschwingt daher kommt hat einen sehr ernsten Hintergrund.

In der heutigen Gesellschaft scheint längst akzeptiert, dass es eben Menschen gibt, denen der Zugang zur Bildung und die Teilhabe an Kultur verwehrt bleibt. Wie sonst konnten Begriffe wie „bildungsferne Schichten“ so leicht im Sprachgebrauch Platz finden? Wie konnte Akzeptanz finden, dass Millionen älterer Menschen im wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Abseits, wenn nicht gar im Elend leben müssen? Aber waren ist es nicht gerade sie und deren entbehrungsreiches Leben in der Nachkriegszeit, die unsere heutige Wohlstandsgesellschaft erst möglich machten?

Auch und vor allem für diese Menschen sind solche Angebote gemacht, die wir hier erleben durften. Auch und gerade deshalb werden dafür keine Eintrittsgelder erhoben.

Eine Stiftung mit hohem Anspruch

„Musik auf Rädern“ ist eines von vielen Projekten der Internationalen Stiftung zur Förderung von Kultur und Zivilisation, die 1995 vom Unternehmer Erich Fischer gegründet wurde. Allein mit diesem Format wurden in mehr als 250 Aufführungen weit mehr als 30.000 Menschen erreicht. Mit seiner „Musik am Nachmittag“ (die übrigens im Zeitzer Rathaus gastierte) kann die Stiftung auf 5.600 Konzerte verweisen und erfreute damit mehr als eine halbe Million ältere Menschen. Darüber hinaus ist die Stiftung mit einer Vielzahl anderer befasst (siehe auch Link am Ende des Beitrags).

In den Zwecken der Stiftung lesen wir unter anderem:

- Verbesserung der Lebensbedingungen älterer Menschen..
- …Förderung von Kunst und Kultur..
- …die Förderung des Musikverständnisses, vor allem bei Kindern.

Warum sind ist gerade solche Zwecke, wurde der Stifter gefragt. Und Erich Fischer antwortete mit Bertold Brecht:

„denn man sieht nur die im Lichte, die im Dunkeln sieht man nicht.“

zur Website der Stiftung
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Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.Zeitung | Erschienen am 28.06.2016
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Waltraud Eilers aus Naumburg (Saale) | 27.06.2016 | 14:19   Melden
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Reiner Eckel aus Zeitz | 28.06.2016 | 22:48   Melden
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