Heinrich-Schütz-Musikfest

Wann? 03.10.2015 17:00 Uhr bis 09.10.2015 21:00 Uhr

Wo? Museum Schloss Moritzburg, Schloßstraße, 06712 Zeitz DE
  Zeitz: Museum Schloss Moritzburg |

Termine in Zeitz / Infos / Programme

Zu Lebzeiten wurde Heinrich Schütz als „Vater unserer mo­dernen Musik“ bezeichnet, seine Zeitgenossen zählten ihn zu „den fürnembsten Musicis in Europa“. Er ist mit seinem Schaffen und Wirken Ausgangspunkt, von dem aus das Heinrich Schütz Musikfest die europäische Musikgeschichte seines Jahrhunderts an den originalen Schütz-Stätten Mitteldeutschlands beleuchtet.

Das Heinrich Schütz Musikfest ist einzigartig in seiner Struktur und ein die drei mitteldeutschen Länder überspannendes Festival: Die drei wichtigsten Lebensstationen des Komponisten, mit seinem Geburtsort Bad Köstritz, seiner Hauptwirkungsstätte Dresden und dem Ort seiner Jugend wie vor allem seinem Alterssitz in Weißenfels, sind mit ihren historischen und modernen Konzertstätten ideale Orte für die vielfältigen Veranstaltungen des Musikfests.

Unter einem jährlich wechselnden thematischen Schwerpunkt gastieren hier alljährlich im Oktober international renommierte Künstler wie junge Nachwuchsinterpreten und präsentieren ein genussreiches, anspruchsvolles und vielfältiges Programm.

Vier Termine in Zeitz

3.10./17:00/Moritzburg/Marais Consort: Cranach & Cranach


Werke von Paul Hofhaimer, Claudio Merulo, Lucas Osiander, Jacques Moderne, Johann Walter u.a. aus dem Umfeld von Lucas Cranach dem Älteren und dem Jüngeren.
Die Kulturgeschichte der Barockzeit ist ein geradezu unüberschaubares Territorium, innerhalb dessen unzählige herausragende Einzelpersonen ihre Spuren hinterließen. Doch bei genauerem Hinsehen entstehen Verbindungslinien, die sich als Netz-Werk über Europa und über die Zeit legen. Und dann gibt es neuralgische Punkte, an denen zu einer Zeit an einem Ort die große Geschichte wie in einem Brennglas verdichtet scheint.
Um 1500 war Lucas Cranach d.Ä., der wie kein anderer das Bild der Reformation prägte, in Torgau mit der Farbgestaltung des Schlosses und der Kapelle betraut. Gleichzeitig fanden sich mit Paul Hofhaimer, Arnold Schlick und Heinrich Isaac drei Komponisten in der Stadt ein, die als sogenannte Koloristen die Musik des 16. Jahrhunderts durch Verzierungen, komponierte Affekte und hörbare Stimmungsbilder mit einer gänzlichen neuen Farbigkeit ausstatteten. Und mit Gamben, Cembali und Virginalen drängte ein neues Instrumentarium in die musikalische Welt. Kurzum: Eine neue Klang-Farben-Welt nahm Gestalt an. Das Marais Consort führt uns erfahren, kundig und berührend durch diese neue Welt.

9.10./15:00/Lebekzentrum: Ein Buch für Heinrich Schütz

Schüler der Grundschule Elstervorstadt Zeitz in Zusammenarbeit mit dem kunst- und museumspädagogischen Zentrum „Johannes Lebek“ im Museum Schloss Moritzburg Zeitz (Projektleitung: Ulrike Trummer)

Heinrich Schütz, der eigentlich Henrich hieß, hatte ein so ungewöhnliches und langes Leben, dass es für jeden, ob groß oder klein, interessant sein dürfte, mehr über diesen Mann und seine Zeit zu erfahren. Daher entstand eine Geschichte, die mit Blick auf jugendliche Leser dieses Leben in wesentlichen Stationen nacherzählt: Der junge Henrich in Weißenfels, seine Ausbildung in Kassel und der faszinierende Aufenthalt in Italien bei Giovanni Gabrieli werden dabei ebenso lebendig mit dem Zeitgeschehen verwoben wie die arbeitsreichen Jahre als Hofkapellmeister in Dresden.
Wir präsentieren ein Buch über den Komponisten und seine Zeit, das durch die während des mehrmonatigen Workshops entstehenden Holzschnitte illustriert wird. Exkursionen nach Weißenfels und Bad Köstritz sowie die Besichtigung von Dom und Schloss Moritzburg Zeitz lassen die Kinder der Grundschule Elstervorstadt originale Schütz-Orte kennenlernen und Inspirationen sammeln für ihre Zeichnungen und Holzschnitte. Durch das gemeinsame Lesen der Geschichte und eine Musikstunde lernen sie Leben und Werk von Schütz näher kennen.

9.10./16:30/Moritzburg/Ensemble Noema Leipzig: Familienkonzert – Auf nach Italien!

Familien- und Kinderkonzert für Kinder ab 5 Jahren
Wollten wir eine Zeitreise machen, vielleicht 400 Jahren zurück, begegneten wir manch seltsamen Dingen: Die Menschen trugen Perücken und Pluderhosen, und auch die Musik klang ganz anders. Da gab es keine Keyboards und E-Gitarren, sondern Zinken und Gamben. Wer in dieser Zeit ein guter Komponist werden wollte, wer lernen wollte, wie man besonders schöne Musik macht, der musste nach Italien reisen. – Das machte auch der junge Komponist Melodius und besuchte Florenz, Venedig und Rom. Dort war er tief beeindruckt von den Farben, Gerüchen, Klängen, dem herrlichen Essen, dem köstlichen Wein ... All diese Bilder hielt er in seinem Gedächtnis fest und eines Tages wurden daraus ganz wunderbare Klänge in seiner Musik – klingende Bilder eben.

9.10./19:30/Dom St. Peter & Paul/Dufay Ensemble: Zeitlose Schönheit

Orlando di Lassos "Bußpsalmen" und das Prachtbuch Herzog Albrechts
Es war ein Glücksfall für die Musikgeschichte – gleichwohl es sich um „Schuld-Bekenntnisse“ handelt: Bei Herzog Albrecht V. kamen tiefer Glaube, Kunstsinn und finanzieller Reichtum auf ideale Weise zusammen, als er um 1559 seinen jungen Kapellmeister Orlando di Lasso mit der Vertonung von Septem Psalmi Davidis Poenitentiales für den Privatgebrauch beauftragte. Der Münchner Herrscher muss geahnt haben, welchen Schatz er da schließlich in Händen hielt, denn er beauftragte unzählige Künstler und Gelehrte, die 412 Pergamentseiten mit kostbaren Miniaturmalereien zu verzieren. Acht Jahre und unzählige Goldstücke wurden für diese multimediale Kostbarkeit aufgewendet. – Im Konzert mit dem Dufay Ensemble werden die Miniaturen mittels Projektion im Raum sichtbar gemacht. Den Hörer erwartet so ein beeindruckendes sakrales Gesamtkunstwerk.

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