König Drosselbart. PREMIERE im Kürbiskern.

Wann? 22.11.2012 09:30 Uhr

Wo? Theater Kürbiskern, Steinsgraben, 06712 Zeitz DE
(Foto: Illustration von Rudolf Schiestl)
Zeitz: Theater Kürbiskern |

22. November 2012, 09:30 Uhr, Neues Theater Kürbiskern

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Ein König hatte eine Tochter, die zwar schön aber übermütig und stolz war. Einen Freier nach dem anderen wies sie ab und trieb Spott mit ihnen. An jedem hatte sie etwas auszusetzen. Der eine war ihr zu dick, der andere zu lang und der dritte zu kurz.
Besonders aber machte sie sich über einen guten König lustig, dem das Kinn ein wenig zu krumm gewachsen war. “Der hat ein Kinn wie eine Drossel einen Schnabel”, rief sie lachend. Von dieser Zeit an bekam er den Namen König Drosselbart. Der alte König wurde zornig, als er sah, daß seine Tochter alle Freier verschmähte und schwor, daß sie den ersten besten Bettler zum Mann nehmen sollte, der vor sein Schloß käme.

Ein paar Tage später kam ein Spielmann, begann zu singen und wollte um Almosen bitten. Der König, der sich seines Eides besann, ließ die Tochter mit dem Spielmann trauen und befahl ihr, mit ihrem Manne fortzuziehen.

Auf ihrem Weg kamen die beiden an einem Wald, einer Wiese und einer großen Stadt vorbei, und die Königstochter fragte, wem dies alles gehöre. Der Spielmann antwortete: “Das gehört dem König Drosselbart. Hättest du ihn genommen, so wäre alles dein.” Da sprach sie: “Ach, ich arme Jungfer zart, hätt ich genommen den König Drosselbart.”

Schließlich kamen sie an ein kleines Haus, daß dem Bettler gehörte und von nun an auch seiner Frau, der Königstochter. Aber da sie hier keine Diener hatte und nichts vom Feuermachen und Kochen verstand, sprach der Mann, sie solle Körbe flechten oder spinnen. Doch auch dazu taugte sie nicht. Schließlich verkaufte sie Töpfe und Geschirr, was auch eine Weile gut ging, bis eines Tages ein trunkener Reiter in ihre Ware hineinritt und alles in Scherben zersprang.

Der Bettler meinte, dass sie auch zu dieser Arbeit nicht zu gebrauchen wäre. Er hätte aber bei seinem König nachgefragt, ob man sie nicht als Küchenmagd brauchen könnte. So kam sie in ein fremdes Schloß, ging dem Koch zur Hand und bekam dafür freies Essen, das sie in Töpfchen verstaute und am Abend mit ihrem Mann teilte.
Eines Tages sollte die Hochzeit des Königssohnes gefeiert werden, und als sie an der Türe zusah, trat er ein und sie erkannte in ihm den König Drosselbart, den sie im Spott abgewiesen hatte. Sie erschrak, aber er sprach freundlich, daß er auch der Bettler und der Reiter war, der ihre Töpfe entzwei geritten hatte. Dies alles sei geschehen, um ihren Sinn zu beugen und sie für ihren Hochmut zu strafen.
Da weinte die Königstochter bitterlich. Doch ihrem Mann, den König Drosselbart, war ihre Wandlung nicht entgangen. Er tröstete sie, holte ihren Vater in sein Schloß und sie feierten zu ihrer Vermählung ein großes Fest.
Und wenn sie nicht gestorben sind…
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