Über den Tag der Heimatgeschichte

Umschlag (Foto: Museum Schloss Moritzburg)
Zeitz: Museum Schloss Moritzburg |

Was machen die eigentlich anders?

Es ist inzwischen guter Brauch. An jedem Tag der Heimatgeschichte wird in Zeitz Geschichte geschrieben. Sogar doppelt wird Geschichte geschrieben. Zum 14. Mal wird heute zum 15. Tag der Heimatgeschichte die Publikation zum Vorjährigen veröffentlicht. Das ist die eine Geschichte. Damit schreibt jeder Tag der Heimatgeschichte aber noch die andere, die eigene Geschichte nämlich. Ohne großes Gedöhns, mit unglaublichem Fleiß und ausnahmslos ehrenamtlich wird hier von engagierten Menschen buchstäblich Geschichte geschrieben, indem Geschichte bewahrt wird. Die der Heimat und die eigene.

Im Vorjahr waren „Historische Friedhöfe im Zeitzer Land“ Thema des 14. Tages der Heimatgeschichte. Gleichnamige Publikation stellte heute am Ende des 15. Tages kein geringerer als Roland Rittig vor. Es war eine emotionale Vorstellung. Denn Rittig, der nicht nur einst diesen Tag der Heimatgeschichte aus der Taufe hob sondern auch für Themensetzung, Publikationen und viel Logistik verantwortlich zeichnete, gab diese Verantwortung heute ab. Er wünsche sich, dass die Heimat und seine Geschichte bewahrt werde und er wünsche sich, sie würde mit anderen Augen gesehen, so Rittig. Spürbar stilles Einvernehmen bei den Gästen darüber, wer die eigentlichen Adressaten dieser Botschaft sind.

Etwas über Erscheinungsbild und Ästhetik

Einmal im Jahr kommt eine besondere Einladung. Du machst das Couvert auf, hast noch keine Zeile gelesen und erkennst dennoch sofort: es ist wieder Tag der Heimatgeschichte. Das hat etwas zu tun mit Stil und Ästhetik, mit Wiedererkennung und Erscheinungsbild. Das hat aber auch zu tun mit Haltung und Anspruch, mit Fleiß und, ja mit Liebe zu dem, was man tut. Mit Liebe zur Heimat sowieso. Schauen wir uns einmal die Plakate an! Dann legen wir die kleinen aber feinen Publikationen daneben und halten die Einladungen dazu in der Hand. Das hat Niveau, Freunde. Ein Niveau, das übrigens weit über die Stadtgrenzen hinaus Anerkennung findet. Ob es auch innerhalb der Stadtgrenzen so anerkannt wird ist indes nicht überliefert.

Einwohner dieser Stadt und Menschen von außerhalb, die dieser Stadt gewogen sind, Ehrenamtliche und ihr Tag der Heimatgeschichte machen seit 15 Jahren etwas vor, das sich unsereins längst von und für diese Stadt wünscht: ein Erscheinungsbild, das etwas erzählt über uns. Was zum Kuckuck machen „die“ eigentlich anders? Und warum?
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