Von Thesen und Beziehungskisten

"Beziehungskiste" oder "Nächstenliebe"?
 
Action bei der Dokumentation
Zeitz: Altmarkt |

Ein studentischer Workshop, die Zeitzer und die Zeitzer Räume

Jasmin weiß noch nicht genau wie sie ihr Projekt nennen soll. „Beziehungskiste“ vielleicht oder „Nächstenliebe“. Einen Karton auf den Schultern , die Köpfe im Karton einander zugewandt begegnen sich Fremde. Was haben sich zu sagen, so scheinbar abgeschlossen und anonym auf engstem Raum? Gedankenspiele und Beobachtungen einer Studentin des Kommunikationsdesigns, die sie in einer Fotoserie dokumentien und kommentieren wird.

Das ist ein Projekt von 10 der Student*innen aus Dortmund, die in Zeitz ein paar Tage einen Workshop namens OPEN SPACE durchführen. Im Neuen Theater Zeitz haben sie ihre Werkstattzelte aufgeschlagen, planen hier, schwärmen in die Stadt aus und bauen hier zusammen, was sie in der Abschlusspräsentation zeigen wollen.

Abschlusspräsentation:
1. Juli / 19:00 Uhr / Alte Bibliothek Rahnestraße.
Nach der Präsentation werden die Projekte in der Stadt auf einem Rundgang erläutert.


Besucher*innen erwarten spannende Erfahrungen in öffentlichen Räumen der Stadt. Eine gemeinsame Erfahrung machten jene Projekte, die auf die Mitwirkung von Menschen in der Stadt abzielten. Offensichtlich sind die Zeitzer*innen sehr skeptisch und auffallend zurückhaltend, wenn sie auf ihr Verhältnis zur Stadt in der sie leben angesprochen werden. Etwa bei den „95 Thesen für Zeitz“, wo sie aufgefordert sind, einmal ihre These für ihre Stadt kurz zu formulieren, frei heraus und ohne jede Vorgabe. Ähnliches erfährt das „Freundschaftsbuch“, das nur danach fragt (der/die Befragte und Zeitz), wie lange man sich kennt, was der Lieblingsort ist, was man schön findet und was nicht, was man sich wünscht…Fragen, die sich zwar jeder stellen wird, sie Dritten gegenüber zu beantworten jedoch offensichtlich schwer fällt.

Spannende Projekte

Vermeintlich leichter haben es andere Projekte. Ein Student will heraus finden, welchen Sound leere Gebäude enstehen lassen und gibt sich ganz der Wahrnehmung von Geräuschen hin, die er aufzeichnet um ihnen weiter nach zu spüren.
Was geschieht oder geschah, welche Geschichten liegen hinter den verschlossenen Türen? Diesen spannenden Fragen geht eine Studentin nach, die zunächst Fotoserien von Türen verlassener Gebäude schoss und nun eben jenen Geschichten nachspürt. Dort, in verlassenen Räumen kann es sein, Pflanzen verschiedenster Art holen sich ihre Räume zurück, stellt ein nächstes Projekt fest. Welche sind das? Haben sie besondere Eigenschaften? Was ist hier über Zeit und Raum abzulesen?

Wie werden Zeitzer*innen reagieren?

Wieder bei den Zeitzer*innen angekommen wird interessant sein zu erfahren, wie sie denn mit provokanten Texten an bislang verwaisten Litfaßsäulen umgehen, wie sie reagieren. Nehmen sie die Veränderung wahr und wenn ja wie? Ob sie uns wohl überhaupt etwas dazu sagen?

Über alle Projekte wollten wir hier noch nicht erzählen. Wer am Freitagabend in die alte Bibliothek kommt wird darüber mehr erfahren. Wir sind gespannt und werden berichten.
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