Da steht es nun und kann nicht anders!

Das Denkmal für die Opfer des Faschismus in Zeitz vor der Enthüllung
 
Zahlreiche Menschen hatten sich auf dem Altmarkt versammelt
Zeitz: Mahnmal für die Opfer des Faschismus | Das Positive vornweg: Nun steht es wieder, das Zeitzer OdF-Denkmal! Allen Angriffen zum Trotz!

Vieles wurde versucht, um es endlich loszuwerden: Ein Stadtrat der Alternativen Liberalen Liste (ALL) äußerte hierzu, zum Gedenken brauche man kein Denkmal. Er selbst gedenkt stattdessen seit Jahren am Kriegerdenkmal bei entsprechenden Anlässen gemeinsam mit politischen Freunden der Toten zweier Weltkriege, genauer: er gedenkt ausschließlich der deutschen „Gefallenen“. Man versuchte, das OdF-Denkmal umzuwidmen, um ihm eine völlig andere Bedeutung zu geben. Auch Herr Propf als der künstlerische Denkmalschöpfer wurde diffamiert - frech wurde behauptet, er habe künstlerisch im Nazi-Stil gearbeitet. Auch das Denkmal selbst wurde verunglimpft, es ehre gar nicht Opfer des Faschismus, sondern einzig Kommunisten - was die Gründungsurkunde eindeutig widerlegt (siehe Link ganz unten). Diese Versuche scheiterten, weil es doch noch Menschen in Zeitz gibt, denen die Opfer des Faschismus und die Forderungen „Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg“ eben nicht gleichgültig sind.

Dennoch wollte man das Denkmal ganz offensichtlich zumindest nicht ungeschoren davonkommen lassen. Es wurde um 30 Meter versetzt und zu einer Randerscheinung des Platzes gemacht. Wenn man in Richtung Rathaus geht, nimmt man es nun nicht mehr direkt, sondern nur noch aus dem Augenwinkel wahr. Es wurde niedriger gesetzt als zuvor. Dadurch ist der Ehrfurcht erzeugende Effekt nicht mehr vorhanden, der zwangsläufig entstand, wenn man zu der Figurengruppe hinaufblickte. Der Sockel ist zu klein, er läßt zu wenig Raum für den Schriftzug „Den Opfern des Faschismus“. Diese wesentliche Aussage ist dadurch nicht mehr von weitem auszumachen. Das Denkmal mit seiner nun eher unauffälligen Widmung könnte manchen Menschen als die unverbindliche Darstellung einer Figurengruppe erscheinen, einer Familie gar. Alles nur Zufall? Die Proportionen zwischen Sockel und Figurengruppe weisen keine Harmonie auf und wirken insgesamt eher abstoßend. Die zusätzliche wirre Inschrift ist zum Teil fehlerhaft und enthält überflüssige Informationen, wie z. B. den Hinweis auf die 1993 versuchte, aber gescheiterte Umbenennung des Denkmals. Denn auch das Landesamt für Denkmalpflege bestätigte eindeutig und unumstößlich die Inschrift „Den Opfern des Faschismus“. Eine weitere Eselei ist das Umfeld des Sockels, es wurde mit groben Schottersteinen ausgelegt. Schmierfinken wird das kaum fernhalten (wie sich inzwischen bestätigte), erschwert aber das Niederlegen von Blumen und Gebinden. Es wird wohl auch nicht lange dauern, bis sich Unrat und Scherben von Bierflaschen im Schotter verteilen. Der Oberbürgermeister mühte sich in seiner Einweihungsrede, alles zu erklären und führte einen dementsprechenden Eiertanz auf.

Diese ganzen Veränderungen hätten im Vorfeld hitzige Diskussionen und Proteste ausgelöst. Erfolgte deshalb keine Information der Öffentlichkeit und des Stadtrates, selbst auf gezielte Nachfragen nicht? Weil so verfahren und in der Stille konspiriert wurde, liegt der Verdacht einer absichtsvollen Vorgehensweise sehr nahe. Der fraglos entgegenstehende Wille großer Teile der Zeitzer Einwohnerschaft dürfte ein wesentlicher Grund für sehr sparsame oder irreführende bis falsche Informationen an die Zeitzer Öffentlichkeit gewesen sein. Auch Stadträtin Margarete Späte (CDU) hüllte sich in ungewohntes Schweigen. Sie wußte zwangsläufig frühzeitig über die Pläne Bescheid, denn immerhin hat sie selbst an der Zusatz-Inschrift gearbeitet; ihrem Bruder (Steinmetzbetrieb Späte) erwuchsen aus der Fertigung des neuen Sockels sogar wirtschaftliche Vorteile. Das für sich allein genommen ist schon ein nicht bloß fragwürdiger Vorgang. Aber es scheint ja auch ein grundsätzliches Problem der CDU zu sein, dem Volk nicht zu vertrauen; denn eine direkte Beteiligung des Volkes an Entscheidungen lehnt die CDU bis dato deutlich ab, wie wir letzthin zum Thema Volksentscheide vernehmen konnten.

Gar nicht erwähnt wurde bisher, ob denn eine neue Schatulle u. a. mit einer Kopie des Gründungsdokumentes – wie durch den Oberbürgermeister in der MZ vom 22.03.2013 angekündigt – in den Sockel des Denkmals eingebracht wurde. Hier sollten die Stadträte aktiv werden und ggf. nachträglich die Schatulle einbringen lassen. Natürlich nach vorheriger Prüfung des Inhalts!

Eine Menge Fragen und Widersprüche, die es aufzuklären gilt! Hier sind die Stadträte und die Öffentlichkeit gefragt. Aber allen Widrigkeiten zum Trotz: Das Denkmal für die Opfer des Faschismus in Zeitz steht wieder!

Weitere Informationen über das Denkmal "Den Opfern des Faschismus" sind hier zu finden:
http://www.mz-buergerreporter.de/zeitz/lokales/ueb...
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