Damals war's. Weißt du noch?

Eine Begegnung in Geschichte

Wissen Sie was eine Pumpentasse ist? Nein, weder eine Tasse in die man, noch eine aus der man Kaffee pumpen könnte.

Ich gebe zu, dass ich beinahe zwei Jahrzehnte zwar hin und wieder an den Ort gleichen Namens, doch nicht an das Wort selbst dachte. Und doch waren sie plötzlich alle wieder da, die einst so vertrauten Begriffe. Pumpentasse, Wärmetauscherbühne, Kolonne, Kugelentsalzer und Mannloch- fast genau 22 Jahre waren sie mir sehr vertraut. Geschraubt und geschweißt habe ich dort, Erdöl gerochen und beim Schweißen Schwefeldampf „genossen“. Und jetzt, eines Dienstagnachmittags bin ich plötzlich mittendrin. Fast kann ich es riechen und jenes seltsame Rauschen hören, das durch Rohr sausendes heißes Produkt verursacht.

Es ist alles 'zig Mal kleiner in dem Modell der Anlage und doch löst das „obere Mannloch an der K 105″ noch jenen leichten Schwindel wie damals aus. In der Zeitzer Erdölverarbeitung war die Rüstung zum Öffnen und Schließen jenes oberen Mannloches der beste Platz für eine gute Aussicht. Könnte man denken. Doch in etwa vierzig Metern Höhe und einer bei jedem Ausholen mit dem Hammer leicht nach außen schwankenden Rüstung hattest du dafür keinen Blick.

Diese und andere Erinnerungen waren plötzlich ganz nahe in „Damals war’s“, der Dauerausstellung im Zeitzer Industriepark, damals VEB Hydrierwerk und später Hydrierwerk Zeitz GmbH. Zumal an diesem Tag Kollegen aus dieser Zeit zusammentrafen, die meisten inzwischen längst Rentner. Wir redeten viel und tranken Kaffee, wenn auch nicht aus der Pumpentasse.

Das Treffen ist kein Zufall, denn die findigen Ausstellungsmacher des Heimatclubs Tröglitz 2000 e.V. hatten eine geniale Idee.
Sie verbinden die Öffnungszeiten der Ausstellung mit Einladungen an ehemalige Kolleginnen und Kollegen. Immer Dienstags zwischen 14:00 und 18:00 und jeden Dienstag eine andere der damaligen Betriebsabteilungen.

So kommt es, dass sich inzwischen hin und wieder nicht nur Ehemalige begegnen. Manchmal bringen sie auch Unterlagen wie Brigadetagebücher, Fotos und Ähnliches mit. Das macht Geschichte lebendig und hilft sicher auch dem Heimatverein Tröglitz. Dem ist zu danken für den Fleiß und die unendliche Ausdauer, die es braucht, um Begegnungen mit Geschichte so lebendig zu halten.
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