DER ZEITZER FORST. Eine alte Kulturlandschaft

Titelseite (Gestaltung Andreas Richter) (Foto: Museum Schloss Moritzburg)
 
"Herbst. Blick über Weinberge auf die Haynsburg" (Foto: Carlo Böttger, mit freundlicher Genehmigung Museum Schloss Moritzburg)

Neuerscheinung in der Schriftenreihe Museum Schloss Moritzburg Zeitz.“DER ZEITZER FORST Eine alte Kulturlandschaft”, erschienen im Mitteldeutschen Verlag, herausgegeben von Kristin Otto, Detlef Deye und Roland Rittig.

"Über meine Wälder ließe sich tagelang erzählen… Gott segne sie, diese Wälder, halte sie frei von Borkenkäfern, vom Säureregen, von schlechten Campingfreunden und humorlosen Militärs…" (Alfred Otto Schwede, Pfarrer in Haynsburg)

Dieser Satz des Haynsburger Pfarrers, eingebettet in ein Gemälde von Walter Espenhahn voller Licht, Duft und Lebenslust umhüllen liebevoll 97 Seiten dieses feinen Büchleins. Ein schönes, interessantes und wichtiges Buch über die Kulturlandschaft Zeitzer Forst.

Lesen ist wie Wandern

Schön ist dieses Buch, weil es Andreas Richter schön gestaltet hat und eine wertvolle Ergänzung für die Bibliothek von Heimatfreunden darstellt.
Handlich im Format mit wunderbaren Abbildungen illustriert, lädt es liebevoll mit viel Gespür für das Wesentliche zum Wandern durch die Seiten ein. Selbst in seinen naturwissenschaftlich-sachlichen Teilen bleibt das kleinformatige Buch frisch und gut lesbar. Das Lesen ist tatsächlich beinahe wie eine Wanderung durch jenen Forst, den es beschreibt.

Schöne Entdeckungen

So gibt Ursula Rittig in ihrem Kapitel “Der Zeitzer Forst im Spiegel von Kunst und Literatur” interessante Einblicke, wie Schriftsteller und Künstler diese einzigartige Kulturlandschaft sahen und sehen. Dabei fand sie manches Werk, das selbst eingefleischten Forstliebhabern neu sein dürfte.

Was dieses “Forstbuch” überaus interessant macht ist, dass es alle Dimensionen beleuchtet, die den Wald als solchen und diesen Wald Zeitzer Forst im Besonderen ausmachen. Wir erfahren viel über den Einfluss seiner Nutzung auf die Flora und Fauna des Forstes, auch über die Aktivitäten jener “humorlosen Militärs”, die uns bis heute beschäftigen. Neue Dokumente sind zitiert, die uns die Entwicklungen im Laufe der Zeit besser verstehen lassen. Der Geschichte der Dörfer und ihre Wandlung wird auch anhand interessanter Altersbestimmungen der verwendeten Bauhölzer nachgegangen.

Ein wichtiges Stück Heimatkunde

Boten die Tage der Heimatgeschichte 2013 und 2014, die den Zeitzer Forst als alte Kulturlandschaft zum Thema hatten, bereits viele interessante Informationen für Heimatfreunde, so dürfte dieses Heft nun als abschließende Dokumentation weitere viele Freunde finden.

Zugleich gibt das Buch trotz seiner umfassenden Betrachtungen des Zeitzer Forstes wertvolle Anregungen, womit sich künftig noch zu befassen wäre.

So hatte Detlef Deye, einer der Herausgeber, für seine im Buch beschriebene Wanderung durch den Zeitzer Forst eine Wanderkarte von 1920 benutzt. Wichtig auch der Hinweis von Hans Rauh auf das von Karl Munke und Reinhold Jubelt d.Ä. herausgegebene Büchlein “Rund um Zeitz. Zwölf Wanderungen”. Was früher einmal selbstverständlich war: es gibt heute keinen Wanderführer mehr für Zeitz und seine reizvolle Umgebung. Schade, denn wie schrieb doch Gustav Hennig in “Sonntagsspaziergänge” (auch im Buch erwähnt):

"Wenn jemand zu sagen wagt, die von mir beschriebene Gegend ‘sei reizlos’, der gehe hin und mache die Augen weit auf; wenn er trotzdem nichts Schönes zu finden vermag, dann ist er ein Banause."

Leserinnen und Leser können sich auf ein gut gemachtes Stück Heimatgeschichte freuen.

DER ZEITZER FORST. Eine alte Kulturlandschaft
Schriftenreihe Museum Schloss Moritzburg
mitteldeutscher verlag
ISBN 978-3-95462-446-1

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