Fundamente des Finkgräfebrunnens entdeckt !

Teilansicht des Finkgräfebrunnens mit der allegorischen Darstellung der Mäßigung.
Zeitz: Altmarkt | Bei den Umbauarbeiten auf dem Altmarkt sind jetzt die Fundamente des einstigen Finkgräfebrunnens entdeckt und freigelegt worden. Der Finkgräfebrunnen war eine Stiftung des Kaufmanns und Drogisten Hermann Finkgräfe und eine Schöpfung des Bildhauers Paul Juckoff aus Schkopau. Er ist mit dem Rathausanbau am 07. Oktober 1909 enthüllt worden. Der Brunnen hatte eine Höhe von ca. 11 Metern und war aus fränkischen Muschelkalkstein gefertigt. Der fein gegossene bronzene Baldachin war 5,5 m hoch und mit dem Erzengel Michael gekrönt. An dem Mittelbecken waren vier Frauengestalten in Verkörperung der 4 Tugenden: Barmherzigkeit, Mäßigung, Gerechtigkeit und Wahrheit angebracht. Der bronzene Baldarin wurde zu Kriegszwecken 1942 abgenommen und eingeschmolzen. In der Magistratssitzung vom 07. August 1945 unter OB Feiner, wurde beschlossen, das Trommlerdenkmal vor dem Amtsgericht zu beseitigen und das Material für die Wiederherrichtung des Finkgräfebrunnens zu verwenden. Der Trommler, eine Stiftung des Kommerzienrates Hermann Thieme zur Erinnerung an die Befreiungskriege, wurde als einzigstes Bronzedenkmal von Zeitz 1942 nicht eingeschmolzen.
Das Trommlerdenkmal wurde 1945 abgebaut und eingeschmolzen, der schöne Finkgräfebrunnen aber nicht wieder hergestellt. Der restliche Finkgräfebrunnen wurde trotz vieler Proteste 1950 wegen der Errichtung des ODF-Denkmals abgerissen. Man erwog eine Umsetzung in den damaligen Friedenspark, den jetzigen Goethepark, was aber leider nicht geschah. Die 4 Frauengestalten fanden einige Zeit Aufstellung im Rathausgarten, heute sind nur noch die Sockel zu sehen. Das große achteckige Unterbecken fand als Sandkastenumrandung auf dem Lindenplatz Verwendung.
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