LAND OHNE SCHULE. EIN ABSCHIED IN RATEN.

Zeitz: Eckels Art |

Was von einem “BesserLernen-Programm für unsere Kinder” übrig blieb.

Die Landesregierung beruft sich als Begründung für die jüngst beschlossenen bildungs- und kulturpolitschen Streichorgien gerne auf den demografischen Wandel. Und auf künftig hierdurch zu gewinnenden politischen “Gestaltungsspielraum”.

Hier in den Niederungen gestaltet sich der Spielraum so. In Zeitz geht es um die Grundschule in Kayna, nebenan ging es im letzten Jahr um die Grundschule in Wetterzeube, in den Jahren zuvor waren die Sekundarschulen dran. Davor fiel das Zeitzer Theater. Das ist die Kultur- und Bildungspolitik, die wir direkt vor der Haustür fühlen können. Und sehen.
Werden in drei Jahren die Mindestschülerzahlen von jetzt 60 auf dann 80 erhöht, wird noch über weitere Schulen zu sprechen sein. Landesweit, so sagen Experten, könnten dann 150 Grundschulen in Frage stehen.

Den Wandel gestalten?

Was im Wahlkampf 2011 als “BesserLernen-Programm für unsere Kinder” mit dem Slogan überschrieben wurde “Wir streichen nicht eine einzige Schule sondern alle!” – in diesen Zeiten bekommt es eine völlig neue Bedeutung.

Was, meint diese Landesregierung künftig noch an Gestaltungspielraum haben zu können? Sie gibt vor, auf demografische Entwicklungen zu reagieren, sie meint gar, mit ihren gesetzlichen und haushalterischen Maßnahmen dem demografischen Wandel zu begegnen. Sie will ihn gar gestalten. Das tut sie auch, nur eben in die falsche Richtung.

Und die Folgen dieser Politik?

Was denn lernen die heute 7 bis 11-Jährigen aus diesem “BesserLernen-Programm”? Sie lernen, um wie viel Kilometer sich ihr Schulweg verlängert. Sie lernen, wie viel Lebenszeit ihnen durch viele Kilometer mehr Schulweg verloren geht. Sie lernen, wie wenig es sich künftig lohnen wird, ländliche Regionen als geeigneten Ort für die eigene Familienplanung zu begreifen. Sie lernen, was und weshalb sie künftig ihren Kindern besser ersparen sollten.

Offensichtlich hat sich diese Landesregierung in den künftigen “Gestaltungsspielräumen” von Räumen außerhalb großer Städte längst verabschiedet. Das einstige “BesserLernen-Programm” – ein Abschiedsprogramm für einen Abschied auf Raten.

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