"Ö" - Das Phänomen

"Dauernd Jetzt! Der Grönemeyer und sein Zauber.

Er kommt auf die Bühne und es umfängt 45.000 so etwas wie Wärme. Du hast für ein paar Stunden das Gefühl, alle würden gerade dasselbe denken und alle seien sich gerade darin einig - das Leben ist schön. Und wo es nicht schön ist machen wir es schön - Dauernd Jetzt. Ein ganzes Stadion voll friedlicher Wärme.

Jedes Mal nach einem Konzert mit Herbert Grönemeyer denke ich, das ginge nun aber nicht mehr zu toppen. Bis zum nächsten Konzert. Das war auch gestern in Leipzig so und wird beim nächsten Mal genauso sein.

"Die Erde ist freundlich zu uns. Wieso sind wir nicht freundlich zu ihr?" Sind es diese Botschaften, die glaubhaften, die uns an diesem Mann fesseln? Wieso denkst du eigentlich gerade genau das, was der von der Bühne ins Publikum sagt?
Wir dürfen Grönemeyer einen Dirigenten nennen, einen Dirigenten der Gefühle.

Kleine Stupser reichen und 45.000 Sachsen tun beim Steigerlied so, als seien sie gebürtige Ruhrpottler. Den ins Stadion hinein platzenden Regen wandelt Grönemeyer zur warmen Gefühlsdusche, dass du fast bedauerst unterm Dach zu sitzen.

"Halt mich!" singt er und die Menschen halten sich, halten einander und halten damit ihn. Er umarmt die Massen und die Massen umarmen ihn. Mit zigtausenden von Lichtern, mit ihren Stimmen, mit Tanzen und Winken. Dann steht er dort.
Für ein paar Momente steht er ganz still. Gerührt. Und weint selbst ein paar Glückstränen.

Wenn er die Massen umarmt und sich und sein Publikum mit Worten durch die Gefühlswelt dirigiert, dann tut er das nicht für sich. Er tut es für das Publikum und für sich. Vielleicht ist es das, was ihn ausmacht. Diese unbedingte Ehrlichkeit.

"Das hier ist unser Land. Machen wir etwas daraus". Dauernd Jetzt. Jetzt und dauernd. Danke "Ö".
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