Warum das Franziskanerkloster ein "Geschenk zum Auspacken" ist und was daraus einmal werden soll.

Ensemble "Resonantia" Leipzig
 
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Zeitz: Franziskanerkloster |

Ein Rückspiegel zum Festakt aus Anlass des 5-jährigen Bestehens der Evangelischen Grundschule Zeitz

Denkmal Identität stiftend erhalten

Das Franziskanerkloster in Zeitz sei “Ein Geschenk zum Auspacken”, so Pfarrer Michael Bartsch (Bild re.) in seiner engagierten Festrede (als verschmitzten Hinweis auf jene Päckchen aus der eigenen Kindheit). Das habe wohl Julius Pflugk bereits 1546 erkannt, so der Redner. Pflugk hätte nach seinem Amtsantritt als katholischer Bischof die damalige evangelische Schule im Franziskanerkloster dicht machen können. Stattdessen berief er noch im gleichen Jahr einen protestantischen Rektor an die Schule.

Jetzt, so Bartsch, hätten wir die Chance, “Geschichte nicht zu brechen und dieses Denkmal identitätsstiftend zu erhalten.” Engagiert rief Bartsch dazu auf, das Franziskanerkloster in Zeitz zu einem “Ort der Hebung des Geistes durch Bildung im erweiterten Sinne, durch Musik und Literatur…” zu gestalten.
Mit dem “Auspacken” des Geschenkes Franziskanerkloster als Schule begann der Förderverein der Evangelischen Grundschule Zeitz e.V. vor 5 Jahren. Aus diesem Anlass hatte er zu einer Festveranstaltung geladen, genau in den Ort, der künftig die evangelische Grundschule beherbergen soll.

Bildungspluralismus bewahren

Landrat Götz Ulrich (CDU) bezeichnete es als eine “großartige Leistung”, dass mit dieser Grundschule eine “durchgängig christliche Bildung” gewährleistet werde.
Schließlich seien in unserer Region nur 10% der Menschen kirchlichen Glaubens, stellte Ulrich fest. Er halte es jedoch zur Bewahrung des Bildungspluralismus für unabdingbar, künftig im Rahmen der Privatschulfreiheit auch christlicher Bildung und Erziehung Raum zu geben.

Weichen richtig stellen

Bildung Raum geben war auch Thema im Grußwort von Bürgermeister Henrik Otto.
Er verwies auf Engagement der Stadt Zeitz bei der baulichen Instandsetzung des Franziskanerklosters. Für jedermann sichtbar habe die Stadt “Stück für Stück die Anlage entwickelt, obwohl zu keiner Zeit klar war, wie die spätere Nutzung aussehen wird.”

Die Nutzung als Grundschule betreffend, erinnerte Otto, sei 2010 eine Machbarkeitsstudie erstellt und 2012 ein Fördermittelantrag gestellt worden. Wurde letzterer zunächst abgelehnt, zeige sich die Stadt aktuell zuversichtlich, dass nunmehr die Weichen für eine notwendige Förderung (im einstelligen Millionenbereich d.R.) richtig gestellt seien.

Atem der Jahrhunderte

Etwas vom Atem der Jahrhunderte wehte das den Festakt begleitende Ensemble “Resonantia” aus Leipzig in die ehrwürdigen Mauern. Musik aus dem 17. Jahrhundert auf historischen Instrumenten unter dem Titel “La Villanella” wurde zu Gehör gebracht.
“La Villanella” – das Bauernmädchen. Was das Bauernmädchen nun mit diesem Franziskanerkloster und seiner Nutzung als Schule zu tun hat? Ganz sicher die Lebensfreude. Und manchmal braucht es auch Bauernschläue und handwerkliches Geschick, um ans Ziel zu kommen. Bis zum Einzug in das Kloster ist noch ein Stück Weg, der Kraft braucht, viel Arbeit macht und Geld kostet. Dabei viel Erfolg!

Ein kurzer Clip zum Reinhören:


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