Gebremster Spaß am Gartenzaun

Zeitz: Posablick | Zu: „Aus für kleine Sparten?“ MZ v. 28.03.2015 Seite 10

Selbst Gartenfreund, nehme ich natürlich am Leben der Gartengemeinschaft teil. Der eine hat ´was zum pflanzen, der andere weiß ´was. So weit so gut. Auf diese Weise erlangte ich Kenntnis vom Aushang eines Gerichtsurteils in der Gartenanlage Posablick. Anlaß: Verein klagte gegen einen Pächter. Verlierer: der Verein. „Richtig so“ ist zumindest die Meinung vieler, welche die Hintergründe kennen. Im o. g. MZ-Artikel vom 28.03. beschrieb der Regional-Verbandsvorsitzende Herbert Hedrich alarmierend die mittelfristig düstere Zukunft einiger Vereine. Da fragt man sich doch, ob das drohende Aus für manche Vereine nicht eventuell dem Verhalten auch einiger Vereinsführungen geschuldet sein könnte. Denn mit dem Zollstock in der einen Hand und mit der Satzung in der anderen ist auf Dauer keine Gemeinschaft zu führen. Und ganz sicher begeistert es auch jüngere Gartenfreunde wenig, wenn der Heckenschnitt auf Zentimetergenauigkeit vermessen oder auch ein Halteverbot für beliebte Kleintiere durchgedrückt wird. Sorry, aber soll ein Garten im Jahr 2015 nicht vorrangig der persönlichen Erholung und Freizeitgestaltung dienen?

Jedenfalls sind doch heute die Zeiten vorbei, in denen ein Garten vorrangig zur Eigenversorgung mit frischem Obst und Gemüse notwendig war. Wer dies noch immer nicht bemerkt hat und statt dessen, mit der Satzung als Drohung unterm Arm, in der Anlage für seine Sicht von Recht und Ordnung sorgt, der ist als Vorstand fehl am Platz. Er sollte es dann auch nicht Interessenlosigkeit nennen, wenn Pächter die Anlage wechseln oder alles sogar ganz aufgeben.

Keinesfalls ist ein Vorstand ein König und manches steht ihm von Anbeginn gleich gar nicht zu. So überschreitet ein Vorstand seine Befugnisse deutlich und zum Nachteil der Pächter, wenn er ohne deren Wissen Aufträge vergibt, in deren Folge dann für die Pächter kostenpflichtige Arbeiten durch die ZIAG verrichtet werden. Dazu können sich Pächter ruhig noch einiges deutlicher äußern als bisher schon.

Einmal davon abgesehen, daß Beschäftigte der ZIAG überhaupt nicht solchermaßen als Teil des Arbeitsmarktes eingesetzt werden dürfen: derart selbstherrliches Verhalten von Vorständen fördert sichert nicht die Gemeinschaft und die Freude, ein Teil davon zu sein.

Doch damit scheint es ohnehin nicht gut bestellt, wenn Meinungsverschiedenheiten nicht am Gartenzaun geklärt werden und die Verbandskasse für unnötige und verlorene Prozesse zu plündern ist. Ein solches Verhalten spaltet; das aber ist nicht Sinn und Zweck einer Gartengemeinschaft, bei der ein Vorstand vor allem anderen Verbinder sein sollte.

Gernot Rink
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