Modellprojekt "Energiehaus" für Aken (Elbe) anstatt leerstehende Elbeschule

Leserzuschrift zu „Wie entwickelt sich Aken bis 2030“, MZ vom 17.10.2016,
in
http://www.mz-web.de/landkreis-anhalt-bitterfeld/p...

Energiehäuser liegen im Trend der Entwicklung

Seit Januar d.J. riefen mich Akener Bürger wiederholt an und bekundeten ihr Interesse an den Zwischenergebnissen der Machbarkeitsstudie, die die Umwidmung der stillgelegten Elbeschule in eine Betriebsstätte für die Zwischenspeicherung von Solarstrom sowie die Generierung anderer erneuerbarer Energien vorschlägt. Die Elbeschule verfügt dafür über günstige Voraussetzungen, von denen die vor dem Gebäude stehende Umspannstation u.a. zu nennen ist.
Mitglieder unserer Akademie und mehrere Akener Bürger staunen darüber, auf welches „Niveau“ sich FDP-Stadtrat Dr. Seibt begeben hat, wenn er die Projektidee eines Energiehauses in Aken als Hirngespinst bezeichnet. Die interessierten Bürger sollen wissen, dass die Studie in ehrenamtlicher Tätigkeit erarbeitet und der Stadtverwaltung unentgeltlich zur Verfügung gestellt wird.
Die Suche von Investoren nach leerstehenden Gebäuden hat begonnen, um darin Speicherbetriebe zu gründen und die Dachflächen für Solaranlagen zu nutzen. Dieser Trend wird sich verstärkt bis 2030 fortsetzen. Schließlich geht es darum, die unumkehrbare Energiewende durch die Entlastung der Fernnetze zu unterstützen und den Strom dort zwischenzuspeichern, wo er erzeugt und gebraucht wird.
Der Autor der Machbarkeitsstudie ist ein ausgewiesener Fachmann der Umwelttechnik, Gebäudewirtschaft und externer Doktorand der Universität Rostock, der u.a. durch Bachelor- und Masterarbeiten der TU Budapest sowie der Hochschule Anhalt in Dessau unterstützt wird. Dabei legen wir besonderen Wert auf die Meinung und fachliche Begleitung der Landesenergieagentur Sachsen-Anhalt (LENA).
Einbegriffen in die Studie sind Untersuchungen zur solarthermischen Unterstützung der Warmwasseraufbereitung durch die Stadtwerke für das Neubaugebiet bis hin zum Seniorenheim. Mitarbeiter der Stadtwerke Aken beteiligen sich in dankenswerter Weise an den Beratungen und der Bereitstellung von Zustands- und Verbrauchsdaten. Im Zusammenhang mit der Energiezufuhr an Nah- bzw. Fernwärmenetze kann auch der Einsatz von Wärmepumpen erwogen werden, um aus dem Abwassernetz die Abwärme auf ein höheres Nivau zurückzuholen. Das Wärmerückgewinnungsprojekt aus Abwasser der Stadt Salzburg mit einem Investitionsaufwand von 160 000 EUR amortisierte sich in einem halben Jahr. Die täglichen Kosteneinsparungen betragen dabei 1000 EUR.
Ferner befasst sich die Studie mit dem Energiemanagement der Stadtverwaltung und ihren Energiekosten einschließlich Straßenbeleuchtung. Hierbei zeigen sich Optimierungspotentiale, die nicht losgelöst vom Energiehaus zu betrachten sind.
Die Studie wird Modular aufgebaut, damit sie für Investoren auch mehrfach nutzbar wird. Leerstehende Objekte gibt es auch in anderen Kommunen, so dass die Nutzung der Studie nicht auf Aken beschränkt bleibt. Selbstverständlich räumen wir der Stadt Aken das Vorrecht ein, auf die Studie zurückgreifen zu dürfen und mit ihrer Hilfe Investoren zu gewinnen.
Man sollte bedenken, dass ein kommunales Energiemanagement, die langfristige Teil- und Vollsubstitution konventioneller Energieumwandlung sowie die Nutzung erneuerbarer Energien erhebliche Einsparpotenziale bei Ressourcen und damit auch bei Geldmitteln von Kommunen ergeben. Somit bieten sich Chancen, ein modernes und attraktives Lebensumfeld für die Bürger zu schaffen und zusätzliche Arbeitsplätze in der Region zu etablieren. Derartige Ziele bereichern das integrierte Stadtentwicklungsprojekt der Stadt Aken.
Prof. Dr. Dr. h. c. Johannes Kardos,
Präsident der Akademie für Energie und Umwelt e.V.
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