Das Nordhäuser Partnertreffen der Harzklubs

im Stollen, man hat die Betonteile und Stahlträger von der oberen Etage liegen gelassen
Nordhausen: Nordhausen | Das diesjährige Frühjahrstreffen der Partnervereine Harzklub Claustal - Zellerfeld und Harzklub Quedlinburg fand zum 25. Mal statt. Unser erstes Ziel war die Besichtigung der KZ-Gedenkstätte Dora - Mittelbau in Nordhausen. Ich will versuchen mit wenigen Sätzen einen kurzen Überblick über das einstige KZ-Lager zu geben. Das KZ - ein reines Männerarbeitslager - wurde nach der Zerstörung der V1 und V2 Raketen - Produktionsstätten in Peenemünde Anfang August 1943, durch die britische Luftwaffe, noch im gleichem Monat eingerichtet. In einem unterirdischem Stollensystem bei Nordhausen wurde die Produktion dieser sogenannten Wunderwaffen weitergeführt. Da noch keine Häftlingsbaracken vorhanden waren, mussten bis zur Errichtung der Baracken im Frühjahr 1944, die KZ-Häftlinge ständig in den Stollen täglich 12 Stunden arbeiten und anschließend in einem Seitenstollen schlafen. In der kurzen Zeit des Bestehens (1,5 Jahre) des KZ-Lagers fanden hier durch die unmenschliche Behandlung von den insgesamt 60.000 dort gefangenen Häftlingen etwa 20.000 den Tod. Ich denke, dass wir alle stark beeindruckt die KZ-Gedenkstätte verließen.

Mittagessen und Roland

Anschließend nahmen wir gemeinsam unser Mittagsessen in einer Gaststätte in der Innenstadt von Nordhausen ein. Nach dem Mittagessen, da noch etwas Zeit bis zur geplanten Besichtigung des Nordhäuser Doms war, führte uns der Vorsitzende des Harzklubs Quedlinburg durch die Innenstadt. Ausführlich erklärte er uns die einzelnen historischen Gebäude, wie das alte Rathaus mit dem Roland, das alte Postamt, einzelne Fachwerkhäuser etc.

Dombesuch

Am Nordhäuser Dom zum Heiligen Kreuz angekommen, wurden wir bereits von der Vorsitzenden der katholischen Domgemeinde zu einer Domführung erwartet. Sie berichtete uns über die Baugeschichte des Doms, den einzelnen Baustilen sowie den unterschiedlichen Nutzern (bis 1220 Frauenstift, bis zur Säkularisation 1810 Domherrenstift) des Doms. Interessant war besonders für die Quedlinburger, dass Mathilde, die Ehefrau des Sachsenkönigs Heinrich I., im Jahr 961 auch in Nordhausen ein Frauenstift gründete. Bereits nach dem Tode Heinrich I. (2.7.936) hatte sie zusammen mit ihrem Sohn, den späteren Kaiser Otto I., in Quedlinburg ein Frauenstift gegründet, das sie 30 Jahre lang führte. Als Stifterfigur ist sie neben Ehemann König Heinrich I. im Nordhäuser Dom zu sehen. Auch ihr Sohn Kaiser Otto I. und dessen Sohn Kaiser Otto II. wurden mit ihren Ehefrauen Adelheid und Theophanu als Stifterfiguren verewigt. In der renovierten romanischen Krypta konnten wir das jetzige Heilige Kreuz mit der Reliquie ansehen. Besonders wertvoll ist das Chorgestühl im Hohen Chor. Um 1380 wurde es von einem unbekannten Künstler angefertigt. Mit einem anschließenden Kaffeetrinken ging dieses Traditionstreffen der Partnerklubs zu Ende. Ein besonderer Dank geht an den Vorsitzenden des Harzklubs Quedlinburg, Olaf Eiding, der dieses Treffen vortrefflich vorbereitete, organisierte und durchführte.
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