Oderteich - Rehberger Graben - Fehlschläge - Sonnenberger Planweg

Oderteich bei Niedrigwasser
 
die auf der Staumauer verlaufende B 242
Braunlage: Oderteich | Der Oberharz mit dem Oberharzer Wasserwirtschaft war das Ziel einer Wanderung des Harzklub Quedlinburg  unter der Leitung des Wanderführers Manfred Böhm

Oderteich

Am unterhalb des Torfhaus gelegenen Oderteich begann die Wanderung .Hier konnten wir die Auswirkungen der derzeitigen Trockenperiode deutlich erkennen. Der Wasserstand des Oderteiches war deutlich geschrumpft.  Der Oderteich wurde in den Jahren 1717 bis 1721 als Talsperre errichtet. Von 1722 bis 1891 war es die größte Talsperre Deutschlands. Sie wurde  neben einen geringen Hochwasserschutz, hauptsächlich für den Bergbaubetrieb in St. Andreasberg errichtet. Der Oderteich kann nur 12 % des mittleren Jahreszuflusses speichern, dadurch kommt es bei  Schneeschmelze und starken Regenfällen öfter zu einem Überlaufen des Teiches. Deshalb wurden schon beim Bau der Staumauer große Ausflussöffnungen mit einer anschließender Ablaufrinne vorgesehen. Die Staumauer wurde aus Granitsteinen mit je einem Gewicht von 1 bis 3 t als Zyklopenmauerwerk ausgeführt. Zwischen den beiden Außenmauern wurde zur Abdichtung und zur Verfestigung Granitsand (Granitgrus) verwendet. Die Breite des Dammfußes beträgt 34,6 m. Die Dammkrone hat die beachtliche Breite von 16,1 m. Dadurch ist es möglich, dass die B 242 ungehindert über den Staudamm geführt werden kann. Die Höhe beträgt des Damms beträgt 17,3 m und auf der Luftseite über 20 m. Der Abfluss in den Rehberger Graben  erfolgt durch zwei aus Eichenstämmen angefertigten Röhren. Die Steuerung des Wasserablaufes erfojgt durch eine weitgehend hölzernes Striegelnlage, die, im Gegensatz zu anderem Staudämmen im Harz, innerhalb der Staumauer installiert ist

Rehberger Graben

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Aus den beiden Eichenröhren gelangt das Wasser vom Stausee in das Auslaufbecken. Hier beginnt der Rehberger Graben. Der Wassergraben mündet nach etwa 7,25 km in den Geseher Wasserlauf, durch den das Wasser  unterirdisch bis  nach St. Andreasberg fließt. Bereits von 1602 -1604 wurde der alte Rehberger Wassergraben errichtet, Hierbei handelte es sich um eine 6 km lange Holzrinne, den sogenannten Fluddern. Von 1602 bis 1604 wurde der, etwa 30 m tiefer liegende, neue Rehberger Graben angelegt. Auch er bestand anfangs aus Holzrinnen. Aufgrund der Witterungseinflüssen mussten die Rinnen öfter erneuert werden. Später wurde, da es zu einer Holzknappheit kam, der Wasserverlauf in einen teilweise mit Granitblöcken überdachten Steingraben verlegt. Um ein Einfrieren des Rehberger Grabens zu verhindern, muss der offene Graben im Winter mit Tannenreisig  abgedeckt werden. In St. Andreasberg wurde das Wasser dringend für den Bergbaubetrieb benötigt. Seit 1910, nachdem das Wasser  nicht mehr benötigt wurde,  speist das Wasser aus dem Rehberger Graben sieben Wasserkraftanlagen. Durch den von Turbinen angetrieben  Generatoren wird  elektrische Energie erzeugt. Da in den Rehberger Graben auch Wasser von den Hängen einfließt, wurden mehrere Fehlschläge eingebaut. Durch das Ziehen der Schütztafeln kann, bei der Schneeschmelze und starken Regenfällen, das überschüssige Wasser direkt in das Odertal abfließen. 
Wanderung
Vom Oderteich wanderten wir hinunter bis zum Auslaufbecken. Nach ca. 1km verließen wir den Forstweg am Rehberger Graben, um auf den höher gelegenen Sonnenberger Planweg zu gelangen. Von hier oben konnten wir an mehreren Stellen neben den Brockengipfel den Achtermann sehen. An einem Ausblick war der gesamte südwestlicher Harz zu sehen. Einfach wunderbar. Am Sonnenberger Graben ging es über einen Pfad wieder hinunter zum Rehberger Graben. Nach dem Mittagessen im Rehberger Grabenhaus ging es über den Forstweg am Rehberger Graben zurück zum Parkplatz. Mein Dank geht an den Wanderführer für diese schöne und sehr lehrreiche Wanderung. Leider ist mir im Rahmen dieses Beitrages nicht möglich auf weitere interessante Details einzugehen.

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