Wanderung im Revier des Raubgrafen vom Regenstein

als Naturdenkmal ausgewiesene Baumgruppe am Ziegenberg
Heimburg: Heimburg | Am Fuße des Ziegenberges bei Heimburg begann die Wanderung des Harzklubs Quedlinburg unter der Leitung des Wanderwarts Manfred Böhm. Bei recht stürmischen Wetter - teils mit Sonne aber auch mit Regen - wanderten wir zuerst im Naturschutzgebiet Ziegenberg. Dieser Höhenzug aus Muschelkalk zieht sich von Heimburg bis nach Benzingerode hin. Der Wanderweg befindet sich unterhalb des Kamms des Ziegenberges. Dadurch waren wir etwas vor den Sturmböen geschützt. Teilweise, d.h. je nach den sich den schnell ändernden Sichtverhältnissen, hatten wir eine schöne Aussicht auf Heimburg mit der Altenburg, den Regenstein, Halberstadt, den Vorharz und Benzingerode. Der Ziegenberg ist kaum bewaldet. Nur einzelne reizvolle Baumgruppen und Sträucher sind auf dem Berghang zu sehen.

Struvenburg

Kurz bevor es hinunter zum Ort Benzingerode ging, kamen wir an der Struvenburg vorbei. Sie gehörte zu den im Harz typischen Wallburgen. Außer den Erdwällen und ein Hinweisschild ist allerdings nichts mehr von der Burg zu erkennen. Über die Entstehungszeit sowie der Zerstörung dieser Burg existieren sehr unterschiedliche Angaben.

Kirche und Austbergturm

Von den Wallanlagen hat man einen schönen Blick auf Benzingerode mit seiner Kirche und den, auf einer Anhöhe gelegenen, Austbergturm. Die Kirche wurde 1903 als Nachbildung der Kaiser - Wilhelm - Gedächtniskirche in Berlin im neuromanischen Stil errichtet. Auffallend ist der achteckige Turm in der Mitte der Kirche. Das Berliner Original wurde im II. Weltkrieg fast vollständig zerstört. Vorbei an der Kirche ging es hinauf zum Austbergturm. Der Hang des Austberges war förmlich von Leberblümchen übersäht. Aufgrund der Sturmböen war es kaum möglich, die Panoramaaussicht vom Turm zu genießen. Dieser Austbergturm diente früher der Burg Regenstein als Signalturm. Auch die Altenburg, bei Heimburg gelegen, war im Besitz der Regensteiner Grafen. Die Dichter Gottfried August Bürger und Julius Wolf haben mit ihrer Ballade bzw. Roman "Der Raubgraf" den Regensteiner Grafen ein bleibendes Andenken gesetzt. Bereits 1599 erlosch das Geschlecht der Regensteiner.

Steinbrüche und Gipsbrüche

Für den Rückweg benutzten wir den, am Waldrand entlang führenden Europaradweg R1. Am Rastplatz im Hellbachtal legten wir nochmals eine kurze Pause ein. Laut Informationstafel wurden hier früher Bundsandsteine, die sogenannten Rogensteine abgebaut. Gleich daneben wurde am Harzrand in Gipsbrüchen Zechstein abgebaut. In Brennöfen wurde an Ort und Stelle daraus Gips hergestellt. Spuren von den Gipsbrüchen und den Brennöfen sind noch heute sichtbar. Für die interessante Wanderung geht ein Dankeschön an den Wanderführer Manfred Böhm.
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Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.Mitteldeutsche Zeitung | Erschienen am 10.05.2017
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2 Kommentare
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Helmut Zeitzmann aus Thale | 23.03.2017 | 11:44   Melden
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Gisela Ewe aus Aschersleben | 23.03.2017 | 19:51   Melden
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