Zeltlager Karsdorf

    Trainingslager in Minimalbesetzung

Wie jedes Jahr gegen Ende der Sommerferien ist für die Kids Trainingslager angesagt. So war es bisher. In diesem Jahr hatten sich allerdings nur 4 Sportlerinnen und Sportler, plus zwei Erwachsene für diese Maßnahme gefunden. Das waren Alina und Nick Klein, Alexander Besai und vom RKV Karsdorf Felice Geiger. Als verantwortliche und Betreuer waren Herr Nagel und Frau Klein mit von der Partie. Deshalb haben wir uns erstens gedacht wir machen mal was anderes und fahren Zelten und um noch einen drauf zu setzen, wir könnten doch mal die Rollen tauschen … … die Kinder übernehmen die Aufgaben der Erwachsenen und die Erwachsenen versuchen mal wieder Kind zu sein. Das würde bedeuten, die Kinder bestimmen die Regeln und sagen wo es langgeht. Die Kids konnten es erst gar nicht glauben, waren dann aber begeistert von dieser Idee und stellten auch sofort Regeln auf. Das wichtigste war den „straff“ gehaltenen Wochenplan abzumildern. Frühsport wurde Kurzerhand gestrichen und die Freizeit auf ein Maximum erhöht. Wir Erwachsenen sahen es mit einem Augenzwinkern. Aufgaben wurden verteilt. Wer ist für die Ordnung im Zelt verantwortlich, wer bringt den Müll weg, wer fährt Einkaufen, wer macht das Essen, wann geht es ins Bett. Zum Schluss wurde noch eine „Neutrale Zone“ vereinbart. Das heißt, einen Ort zu dem alle gehen konnten wenn es Probleme gab oder wenn die Kids nicht mehr weiter wussten. Auf ein vorher vereinbartes Stichwort konnten sich dort alle treffen und beratschlagen.
Der Montagnachmittag bzw. Abend wurde dann noch mit dem Heimisch machen verbracht. Das heißt das Zelt wurde fertig eingeräumt. Der Pavillon aufgebaut unter dem der Esstisch stand und das Abendbrot wurde vorbereitet. Bis zum Dunkel werden tobten sich die Kids noch auf der Sprungmatte aus, natürlich zur berühmt berüchtigten „Ringer Musik“. Zur Ruhe gekommen sind die Kids erst sehr spät an diesem ersten Abend und entgegen der abgemachten Regeln musste dann doch nochmal ein Machtwort gesprochen werden.
Der Dienstag war schon vorgeplant. Nach der Einkaufstour am Morgen, die immer Herr Nagel plus einem Kind erledigen musste und dem Frühstück begann ein tolles Abenteuer. Kanutour war angesagt. Es ging von Karsdorf bis Laucha, bei strahlendem Sonnenschein. Die Verpflegungsbeutel wurden gepackt, Schwimmwesten und zwei Dreierkanus wurden in Empfang genommen, dann ging es los. 13 km waren es auf dem Wasser bis Laucha. Etwa auf halber Strecke legten wir in Kirchscheidungen an um Rast zu machen und die Verpflegungsbeutel zu plündern. Etwa 2 Stunden später war das Ziel Laucha erreicht. Endlich, denn die Sonne war erbarmungslos. Doch alle haben die Tour, dank unserer guten Ausrüstung, schadlos überstanden. Die langen Sachen am ganzen Körper, Mützen, Sonnenbrillen, nasse Handtücher, reichlich Essen und vor allem Trinken waren nicht die schlechteste Idee. Mit Kleinbussen wurden alle wieder zurück nach Karsdorf in das Lager gebracht. Dort angekommen blieb nicht viel Zeit, denn das Abendessen musste vorbereitet werden. Hier waren die Kochkünste von Frau Klein gefragt und um es gleich vorweg zu nehmen, es gab keinen Tag an dem das Essen nicht geschmeckt hat. Einfach Klasse. So fanden sich auch ausnahmslos alle zusammen um Kartoffeln zu schälen. Es sollte Kartoffeln Senfsauce und Backfisch geben. Am Abend war dann auch viel schneller Ruhe als am Tag zuvor. Kein Wunder nach diesem Anstrengenden Tag.
Am Mittwoch haben wir spät Gefrühstückt und der Vormittag war der Freizeit vorbehalten. Die kleinen beschäftigten sich mit Malen und fertigten ein kleines Gastgeschenk für die Karsdorfer Ringer an. Denn in deren Ringerhalle sollte wenigstens einmal in dieser Woche trainiert werden. Zum Mittag gab es leckere Nudeln mit Tomatensauce aus unserer mobilen Zeltlagerküche. Das Training am Nachmittag wurde von Herrn Mirau durchgeführt und nach 5 Wochen Ferien sah das gar nicht so schlecht aus. Herr Mirau folgte am Abend noch unserer Einladung und besuchte uns im Lager zum Abendessen. Es gab Grillfleisch aus der Pfanne, denn Grillen oder offenes Feuer waren auf Grund der extremen Trockenheit strikt verboten. Spät am Abend gab es noch eine Überraschung für uns „große Kinder“. Die Knirpse hatten sich etwas ausgedacht. Das Zelt wurde abgedunkelt und wir durften ein kleines Theaterstück erleben. „Rotkäppchen und der Wolf“. Die Atmosphäre im Zelt lässt sich nicht mit Worten beschreiben. Perfekte Handlungen, perfekte Dialoge, das Ganze im halbdunkeln und absoluter Stille. Wir beiden „großen Kinder“ waren absolut gerührt und fanden im ersten Moment keine Worte. So ging auch dieser Tag zu Ende.
Nach der kleinen Einkaufstour für das Frühstück und Mittagessen war am Donnerstag Vormittag nochmal Freizeit angesagt. Sachen die nicht mehr gebraucht wurden konnten schon verstaut werden. Doch vorher gab es eine Kissenschlacht vom feinsten. Dann wurde wieder Essen vorbereitet, von fast allen. Kartoffelsuppe gab es an diesem Tag. Der Nachmittag war nochmal ein richtiger Knaller. Wir sind nach Nebra ins Erlebnisbad gefahren. Eine tolle Abkühlung für alle und der Clou war, Nick Klein legte bei dieser Gelegenheit seine Schwimmstufe in Silber ab und Alexander Besai in Bronze. Ein tolles Erfolgserlebnis für beide. Die kleine Alina, die im letzten Jahr noch nicht Schwimmen konnte, machte ihren ersten Sprung vom 3m Brett. Erfolgserlebnis pur, zu dem leckeres Eis natürlich nicht fehlen durfte. Nach dem Abendessen revanchierten sich die Erwachsenen für die tolle Märchenshow am Tag zuvor. Sie packten einen uralten Diaprojektor aus und führten kleine Bildergeschichten vor. Wieder herrschte eine heimische Atmosphäre im Zelt, die man einfach nicht beschreiben kann.
Der Freitag war gekommen. Abreisetag. Nochmal ordentlich Gefrühstückt, dann brauchten wir den Vormittag um alle Sachen wieder zu verstauen. Doch es ging noch nicht nach Hause. Wir hatten Essen bestellt auf dem Schloss Burgscheidungen und dank der guten Verbindungen von Frau Klein, haben wir noch eine kleine Private Führung durch das Schloss bekommen. Dann ging es endlich nach Hause.
Und wie war das nun mit dem Rollentausch ? Hat das Funktioniert ? An dieser Stelle wird
nichts weiter verraten. Jeder der mit war kann sich seine eigene Meinung bilden und die die nicht mit waren haben einfach nur Pech gehabt. Denn es war ein Super-Fantastisches Trainings-Zeltlager das sich nicht so leicht toppen lässt.
Es wird lange in Erinnerung bleiben, sowohl bei den kleinen, als auch bei den großen.
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