Das Drama zu Helbra

Mit Kanonen auf Spatzen schießen. Die Kanone das Oberlandesgericht. Der Spatz, ein achtjähriges Mädchen. Der Zündstoff das Urteil des Oberlandesgerichtes und dessen Vollstreckung.
Die Vollstreckung des Urteils wurde mit einem Aufgebot von Staatsmacht ausgeführt, die in etwa mit der Festnahme eines Gewaltverbrechers, eines Kinderschänders oder eines Terrorristen gleichkommt. Nur das dieser Personenkreis sicher einen solchen Aufwand rechtfertigt. Womit gab die achtjährige Schülerin den Anlass für solch einen unangemessenen Aufwand an Personal und Einsatztechnik? Durch nichts .Sie kam schlicht und ergreifend ihrer Schulpflicht nach und besuchte den Unterricht. Man hat sie wie einen leblosen Gegenstand mit Polizeigewalt aus dem Unterricht gerissen und gegen ihren Willen mit Gewaltanwendung nach dem Drehbuch einer Kindesentführung ohne Rücksicht auf Verluste der Mutter zugeführt. Der Mutter übergeben kann man in diesem Fall wohl kaum sagen.
Nach Informationen aus der Presse leben die Eltern getrennt. Die Mutter hat die Familie verlassen und sich einem neuen Partner zugewandt . Bei solchen Trennungen gibt es immer, wenn Kinder beteiligt sind, einen garantierten Verlierer: Die Kinder. Sie nehmen immer Schaden in solchen Konflikten. Kommt es zum sogenannten Rosenkrieg zwischen den Eltern ist der seelische Schaden eigentlich kaum zu begrenzen. Offensichtlich wie in diesem Fall. Der Staatsmacht gelingt es nun den psychischen Schaden des Kindes durch eine völlig ungerechtfertigte und falsche Maßnahme noch auszuweiten.
Nicht Polizei und Gerichtsvollzieher hätten hier die Akteure sein müssen, sondern Psychologen, Pädagogen und Mediatoren, mit dem Ziel, eine zumindest rationale Lösung zu finden, die allein dem Wohl des Kindes dient. Dass man den Eltern gegenüber das Prinzip der Freiwilligkeit auch auszusetzen könnte, würde hier sicher angebracht oder teilweise notwendig sein.
Eine sehr, sehr schwere Aufgabe und Situation, die man hier geschaffen hat, durch das Versagen der beteiligten Institutionen und in deren Folge auch der Eltern. Dass das Mädchen sich zum Vater hingezogen fühlt, ist hoffentlich einleuchtend. Mutter verlässt uns, Vater steht besonders auch emotional zur Tochter, gibt ihr Schutz und Sicherheit. Die Mutter hat durch Verlassen der Familie und dem Eingehen einer neun Beziehung aus der Sicht des Kindes logischer Weise schlechte Karten. Verstärkt wird diese Sicht noch dadurch, dass das Mädchen von den Auseinandersetzungen der Eltern sicher nur den Blickwinkel des Vaters teilt und teilen kann. Man muss aber an dieser Stelle noch weiter denken. Das Drama ist mit Sicherheit noch nicht zu Ende und unterstreicht den Vorwurf der falschen Vorgehensweise der Staatsmacht. Das Mädchen wird zwangsweise in eine neue Beziehung , sei es Mutter-Tochter-Beziehung, falls keine neue Partnerschaft der Mutter besteht, oder Mutter-Tochter-Partner der Mutter- Beziehung gedrängt . Unter den gegebenen Umständen eine äußerst konfliktträchtige Situation. Wer wird und wer kann helfen? Die Zeit wird hier keine Wunden heilen.
Nun hat dieser Fall sich ja so weit zugespitz, dass sich sogar Minister des Landes geäußert haben. Die Justiz: Frau Minister: Das Urteil muss vollstreckt werden. Keine weitere Äußerung zur Vorgehensweise , jedenfalls nichts in der Presse zu finden.Der Bildungsminister meint ein unsensibles Vorgehen bemerkt zu haben .Vom Sozialministerium konnte noch keine Verlautbarung in der Presse gefunden werden. Interessiert unsere Minister das Geschehen an der Basis der Gesellschaft noch bzw. das Tun der in ihrer Zuständigkeit tätigen Personen ? Die bekannten Reaktionen lassen Zweifel aufkommen. Sicher werden wieder Schuldige im unteren Teil der Hierarchie gefunden und sogenannte Bauernopfer ausgebracht. Ich meine in einer Pressemitteilung gelesen zu haben, dass man gegen einen Polizeibeamten des Einsatzes ein Disziplinarverfahren eingeleitet hat. Ohne Kommentar!
Ein Nachdenken in der obersten Ebene wäre doch das Mindeste, was der Bürger erwarten darf. Unsere Landespolitiker werden sich hoffentlich an ihre Aufgaben und Pflichten erinnern, damit solche Skandale in Zukunft ausgeschlossen sind und das Mädchen die erdenklichste Unterstützung zur Bewältigung des sicher erlittenen Traumas erhält. Von den Eltern sollte man fordern, dass sie professionelle Hilfe annehmen, um ihrem Kind eine halbwegs normale Entwicklung zu ermöglichen.
2
Diesen Mitgliedern gefällt das:
 auf anderen WebseitenSendenMelden
6 Kommentare
8
Maik S aus Gräfenhainichen | 12.03.2018 | 09:27   Melden
8
Maik S aus Gräfenhainichen | 12.03.2018 | 09:59   Melden
890
Walter Helbling aus Arnstein | 12.03.2018 | 12:55   Melden
8
Maik S aus Gräfenhainichen | 12.03.2018 | 15:29   Melden
585
Jürgen Schindler aus Dessau-Roßlau | 15.03.2018 | 10:54   Melden
890
Walter Helbling aus Arnstein | 15.03.2018 | 11:19   Melden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.