Hyazinthen 2017

Hyazinthen

Fern hallt Musik; doch hier ist stille Nacht,
Mit Schlummerduft anhauchen mich die Pflanzen.
Ich habe immer, immer dein gedacht;
Ich möchte schlafen, aber du mußt tanzen.
Es hört nicht auf, es rast ohn Unterlaß;
Die Kerzen brennen und die Geigen schreien,
Es teilen und es schließen sich die Reihen,
Und alle glühen; aber du bist blaß.
Und du mußt tanzen; fremde Arme schmiegen
Sich an dein Herz; o leide nicht Gewalt!
Ich seh dein weißes Kleid vorüberfliegen
Und deine leichte, zärtliche Gestalt. - -
Und süßer strömend quillt der Duft der Nacht
Und träumerischer aus dem Kelch der Pflanzen.
Ich habe immer, immer dein gedacht;
Ich möchte schlafen, aber du mußt tanzen.

Gedicht von Theodor Storm
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4 Kommentare
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Brunhild Schmalfuß aus Halle (Saale) | 30.03.2017 | 20:35   Melden
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Annette Funke aus Halle (Saale) | 30.03.2017 | 21:38   Melden
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Manfred Wittenberg aus Nebra (Unstrut) | 31.03.2017 | 07:23   Melden
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Gisela Ewe aus Aschersleben | 31.03.2017 | 10:57   Melden
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