Jagdschloss Letzlingen in der Altmark

Das Jagdschloss Letzlingen in der Morgensonne
 
Luftaufnahme vom Jagdschloss Letzlingen (rechts das als Hotel genutzte Kavalierhaus) (Foto: https://www.luftbildsuche.de/info/luftbilder/palais-jagdschloss-letzlingen-gardelegen-sachsen-anhalt-deutschland-366968.html)
Gardelegen: Jagdschloss Letzlingen | Seit vier Jahren haben wir unser Herz an die Altmark verloren. Seitdem wollten wir schon das im Nordwesten der Colbitz-Letzlinger Heide bei Gardelegen gelegene Schloss nebst Ausstellung besuchen. Nun hat beides endlich in Kombination mit zwei Übernachtungen im gleichnamigen Schlosshotel geklappt.

Ein kurzer Abriss zu diesem einzigen malerischen Hohenzollern-Schloss in Sachsen Anhalt.

Es geht auf den späteren brandenburgischen Kurfürsten Johann Georg aus dem Hause Hohenzollern und seiner Jagdleidenschaft zurück, der von 1559 bis 1562 hier zunächst ein Gebäude mit dem vielsagenden Namen „Hirschburg“ errichten ließ. Mit einem Wildgehege war sie eine kastellartige Anlage. Das in der Mitte liegende Wohngebäude wurde von einer Ringmauer mit Ecktürmen und schon damals einem Wassergraben umgeben.
Doch nach dem Tode seines Sohnes und Nachfolgers Joachim Friedrich (1546-1608) verlor die „Hirschburg“ ihre Bedeutung als Jagdresidenz der Kurfürsten von Brandenburg und war über fast zwei Jahrhunderte dem Verfall preisgegeben.
Erst im 19. Jahrhundert war es erneut ein Hohenzoller, der das Schloss aus seinem Dornröschenschlaf erlöste
Der preußische König Friedrich Wilhelm IV. ließ auf den Mauern der alten Hirschburg nach den Plänen der Architekten Friedrich August Stüler und Ludwig Ferdinand Hesse ab 1843 eine Schlossanlage im neugotischen Stil der englischen Tudorarchitektur errichten.
Ebenfalls in den Formen der englischen Neugotik entwarf Friedrich August Stüler auch eine Schlosskirche.
Für uns sehr beeindruckend - alle Gebäude und vier Ecktürme der Ringmauer schließen am Dachrand mit einem Zinnenkranz ab (jammerschade, dass weder Museumsbesucher noch Hotelgäste die Türme besteigen dürfen).

Bevor wir unser Hotelzimmer im Kavalierhaus beziehen durften, besuchten wir noch die

Dauerausstellung im Jagdschloss Letzlingen

Sie erfuhr nach 15 Jahren ihrer Eröffnung eine umfassende Auffrischung. Seit 2014 um eine ganze Etage erweitert, ist nun abschließend auch die von Friedrich Wilhelm IV. als Hofjagdquartier bewohnte „Beletage“ museal und gestalterisch überarbeitet und mit originalem Mobiliar ergänzt worden.

Extra deshalb hatte ich unseren Besuch des Barockgartens Hundisburg und des Landschaftsparks Althal-densleben etwas begrenzt, denn am nachfolgenden Montag wäre die Besichtigung nicht möglich gewesen.

Hier erfuhren wir sehr viel Wissenswertes über die Geschichte des Schlosses, über die preußischen Hofjag-den und auch über die Heidelandschaft.
Wer mehr erfahren will findet einiges noch in meiner Bildergalerie, sowie den Quellen obiger Ausführungen:  Wikipedia und Kulturstiftung Sachsen-Anhalt

Mir hat es natürlich wieder vorrangig die Natur angetan.
Ich hatte nicht gewusst, dass die Colbitz-Letzlinger Heide das größte zusammenhängenden Heidegebiet Mitteleuropas beherbergt (Bild 10).
Doch leider ist der größte Teil seit vielen Jahren militärisches Sperrgebiet; und damit für Naturliebhaber weitgehend unzugänglich.

Erstaunlich, dass hier ein großes Trinkwassereinzugsgebiet liegt, was mit seiner guten Wasserqualität die Landeshauptstadt Magdeburg versorgt.

Auch hatte ich schon gelesen, dass hier auf einer Fläche von mehr als 188 Hektar der größte zusammenhängende Lindenwald Europas steht. Das Alter der ältesten Linden beträgt 180 - 200 Jahre. Das Alter der Eichen ist teilweise 400 - 600 Jahre.

Erschüttert musste ich in der Ausstellung dann folgendes lesen (Bild 11):

„Während des Großmanövers „Waffenbrüderschaft 80“ monierte Staats-und Parteichef Honecker im Sep-tember 1980 die eingeschränkte Sicht der Manöverbeobachter auf das Kampfgeschehen: Hoher Baumbe-stand hatte das Blickfeld eingeengt. Wenige Wochen später fielen 500 mächtige Eichen, einer der größten und wertvollsten Bestände dieser Baumart in der DDR, einem persönlichen und geheimen Befehl Honeckers zum Opfer. Bis heute liegen die Baumleichen auf dem Gelände“

Ein ca. 11 km langer „Jägerstieg“ soll von Colbitz aus in das Naturschutzgebiet, und vielleicht einigen dieser Baumleichen führen. Leider ist es mir in diesem Kurzurlaub nicht gelungen, den Wanderweg zu finden - dann hoffentlich beim nächsten Mal!.

Bei unserer Ankunft war der Wassergraben rund um das Schloss nahezu ausgetrocknet. Ein wenig später einsetzende dreistündige Regen genügte, ihn wieder zu füllen. Besonders reizvoll mit dem abends angestrahlten Schloss.
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2 Kommentare
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Manfred Wittenberg aus Nebra (Unstrut) | 15.08.2018 | 15:17   Melden
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Béatrice Haas aus Dessau-Roßlau | 20.08.2018 | 22:22   Melden
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