Mittelalterspiele in der Saline

Erasmus erzählt...
 
Die Wette - ein Theaterstück
Die Mintmesse in der Saline schließt gerade ihre Tore. Der Bildungsminister ist längst verschwunden. Während fleißig abgebaut wird, erscheinen mittelalterliche Figuren und bauen auf. Sie nennen sich Ramona von Quedlinburg, Justus von Dölau, Kathrin von Steinbrück und Erasmus von Halberstadt und verteilen allerlei Zeugs. Über den ganzen Hof der Saline verstreut, liegen Baumstämme, Salzsäcke, Holzschwerter, Säcke, Seile, eine Schandgeige und andere seltsame Dinge. Irgendwann mitten im Aufbau erscheint eine zwölfköpfige Kinderschar laut schnatternd und aufgeregt. Sie sind, wie ihre erwachsenen Begleiter, mit einer weißen Tunika bekleidet, auf den eine braune Burg prangt. Irgendwie sieht es wie aus einer anderen Zeit aus. Plötzlich drehen alle die Köpfe zu der lauten Trommel, die gerade ertönt.

Erasmus hat sich aufgebaut, fordert die Kinder auf, sich vor ihm hinzustellen und die Augen zu schließen. Dann dröhnt er laut: „Schließt eure Augen. Es gibt keine Handys (uuh-Rufe), kein Strom, keine Autos, keine Wasserklos (Gejohle), keine Kaufhalle, keine Spielzeugläden (oweh-Rufe), kein Fernsehen. Kinder in eurem Alter müssen 10 Stunden und mehr arbeiten (oh nee, geht nicht und andere ablehnende Rufe). Macht eure Augen auf. Ihr seid ab jetzt im Mittelalter, in meiner Zeit vor 500 Jahren.“

Doch bevor die Spiele losgehen, muss Erasmus in einem kurzen Theaterspiel eine Wette über sich ergehen lassen. Unter dem Gelächter der Kinder verliert er diese und dazu noch zwei Salzsäckchen an Justus. Jetzt aber geht es endlich los. Da warten Spiele, die die Zeiten überdauert haben, wie Tauziehen und Sackhüpfen, da gibt es unbekannte Spiele wie Moberle und Hufeisenwerfen, da gibt es Geschicklichkeitsspiele wie Steine schieben und Mikado, dass schon die Römer kannten, da gibt es Ritterspiele mit Schwert und Schild und auch die Schandgeige wird zur Attraktion, will doch jedes Kind mal „leiden“. So sind 2 Stunden schnell herum und die Kinder erfahren viel über die Salzherstellung und die Spiele im Mittelalter. Das ist ein bisschen wie Schule, aber mit noch mehr Spaß. Das Bornknechtrennen leitet sich aus der Arbeit der Salzknechte aus dem Mittelalter ab und es müssen Salzblöcke und Salzsäcke getragen werden. In zwei Theaterspielen zeigt die Quinta-X-Essentia Theatergruppe des Hallischen Hansevereins e.V. zudem noch, wie man einen Salzhändler geschickt übers Ohr haut. Der kennt aber einen wahnsinnigen Bleistifttrick, der zu „verdrehten“ Fingern führt und staunende Gesichter zaubert.

Zum Schluss sind die Kinder zufrieden und auch geschafft. Das war ein Geburtstagsnachmittag, der wohl so schnell nicht vergessen wird. Erasmus verteilt noch Urkunden an die liebreizenden „Prinzessinnen“, jeder bekommt ein Salzsäckchen, hat sich Süßigkeiten und einen Bleistift erobert und obendrein gibt es ein Heft mit den Geschichten um Erasmus von Halberstadt und derHansemagd. Es geht nicht ums gewinnen, es geht nicht um den ersten Platz, es geht um Dabeisein und Spaß und nebenbei, ohne dass die Kinder es bemerkten, gab es Geschichten rund um die Salzstadt Halle. Wäre Herr Tullner, der Bildungsminister, der die Mint-Messe zuvor besuchte, noch ein wenig geblieben, hätte er vielleicht auch mal mitgemacht, denn die begleitenden Erwachsenen der Kinder ließen auch nur wenige Spiele aus.

Diese „Begegnungen im Mittelalter“ gehören zum festen Konzept des Hallischen Hansevereins und die Beschaffung der Spiele wurde durch den Lions Club „August-Herrmann-Francke“ gefördert und unterstützt.

Fotos: Sylvia und Michael Waldow
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4 Kommentare
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Siegfried Behrens aus Halberstadt | 17.06.2018 | 09:54   Melden
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Christa Beau aus Halle (Saale) | 17.06.2018 | 11:40   Melden
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Gerlinde Klemm aus Halle (Saale) | 17.06.2018 | 11:45   Melden
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Manfred Wittenberg aus Nebra (Unstrut) | 18.06.2018 | 05:41   Melden
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