Ein Haus der Generationen

Lernen am Computer
 
Ein Powerpoint Projekt wird entwickelt
Halle (Saale): Heinrich-Heine-Schule | „Eine Schule zu leiten ist nicht schwer,“; sagt Mandy Rauchfuß leichtfertig und fügt hinzu „aber nur, wenn man engagierte Kollegen hat. Wir sind schließlich ein Haus der Generationen.“ Dieser letzte Satz lässt erst einmal die Achseln zucken, ist er doch für eine Schule beinah profan. Auf der anderen Seite scheint aber doch noch eine besondere Philosophie dahinterzustecken, besonders in Bezug auf engagierte Kollegen. Und da hat die Schule einiges zu bieten, wenn man die Internetseite und mehr noch die Facebook Seite dieser Schule sich mal näher ansieht. Doch bleiben wir bei moderner Schule stehen. Dazu gehört nun mal der Einsatz von Computer und man hört schon deutlich und allerorten ein Stöhnen. Frau Rauchfuß formuliert das so: „Viele Schulleiter heben die Hände und sagen wir können das unseren Kollegen nicht zumuten.“ Ein Blick in das Facebook Portal indes sagt zu mindestens über die Heine Schule etwas anderes aus: „Hurra, wir sind eine Netzwerk Schule.“, steht da groß und das Teilnahmeschild trägt eine lachende Schulleiterin, nämlich besagte Frau Rauchfuß. Doch zurück zu den engagierten Kollegen und der „Computerei.“

Es ist Sommer 2016 und es gibt eine Ausschreibung in Halle. 13 Schulen bewerben sich um die Teilnahme an einem Projekt, bei dem Schüler tragbare personalisierte Laptops bekommen sollen, die auch als Tablet eingesetzt fungieren. Natürlich bewarb sich die Heinrich-Heine-Schule sofort darum. Modern ist schließlich das Credo der Schule. Tatsächlich kam die Schule in die engere Wahl und war unter den fünf auserwählten Schulen. Schon im nächsten Moment kamen 92 Laptops und es wurde ein Pilotprojekt gestartet, bei dem alle 8. Klassen der Heineschule solch ein Gerät bekommen sollten. Das Ganze wurde vom Förderverein gesteuert und zwei besonders rührigen Kollegen, der die Abwicklung und die Einrichtung der Computer übernahm.
Das eine sind nämlich die Laptops, die frisch auf dem Tisch stehen, das andere ist deren Einrichtung. Gott sei Dank waren inzwischen die notwendigen IT-Strukturen geschaffen und es konnte ans Einrichten gehen. Gemeinsam mit Schülern wurde dies vorgenommen. Das war nicht einfach und es trat bei den Laptops ein immenses Batterieproblem auf, der Hersteller erstmal beheben musste. Natürlich stürzten sich nicht sofort alle Lehrer auf die Computer und schließlich sieht die Schule darin kein Allheilmittel, eher ein unterichtsbegleitendes nützliches Werkzeug. Aber in Zeiten der allgegenwärtigen Handys, von Google und Co., kann Schule auf Dauer digitale Medien nicht ignorieren. Gott sei Dank hat die Schule selbst schon drei Computerkabinette und erfahrene Kollegen im Umgang mit den Computern. Im Produktiven Lernen beispielsweise ist das Arbeiten an Laptops schon über Jahre gang und gäbe. Natürlich darf das nicht darüber hinwegtäuschen, dass die ganze Sache nicht ohne gewisse Blessuren abging, denn Computer haben auch ihre Tücken, besonders wenn sie (scheinbar) machen, was sie wollen. Und schließlich ist es für viele Kollegen Neuland und muss auch erstmal erschlossen werden. Damit wird das Hilfsmittel zu einem nicht zu unterschätzenden Zeitfaktor in Sachen eigener Fortbildung. Mancher Kollege ist halt mit dem Stift schneller als mit den Tasten der Computer, das nennt man dann Gewohnheit.

Jetzt ist wieder die Zeit vom besagten engagierten Kollegen, wie Herrn Krex, der übrigens zum Kreise des Fördervereins zählt, zu sprechen. Denn er bemühte sich besonders intensiv um die Organisation, Weiterbildung und Bereitstellung der Laptops. Noch zu erwähnen sei, dass die Laptops eine Spende der Saalesparkasse Halle und dem Förderverein übergeben worden sind. Mit der Schule wurde ein Überlassungsvertrag ausgehandelt, sodass der Förderverein die Schirm- und „Befugnis“herrschaft über den Einsatz der Laptops hat.

Inzwischen ist das Projekt erfolgreich ausgelaufen. Der Kollegen waren oft ein wenig zu verhalten obwohl die Laptops fleißig liefen. Immerhin ist es auch ungewohnt diese Dinger einzusetzen, wo dauernd irgendwelche Meldungen aufblitzen, nach Updates fragen und die Angst etwas falsch zu machen sitzt bei einigen tief. Mal ganz abgesehen von einigen Schülern, die schon mal irgendetwas verstellen könnten.

Doch es kamen noch weitere Laptops hinzu dank engagierten Einsatz. Der Kollege dazu wurde schon erwähnt und somit können alle Lehrer und Lehrerinnen die Helfer im Unterricht einsetzen. Ein Notenprogramm für alle gab es obendrauf. Zwei Honorarkräfte traten auf den Plan, die für die Einrichtung und Administration der Laptops und Fragen der Lehrer verantwortlich sind. Die beiden Jungs, ihres Zeichens Lehrerstudenten der MLU, haben zu tun und setzen sich auch fleißig für die Arbeit am Computer ein, was ihnen durchaus in einer Dienstberatung auch die Bewunderung der alteingesessenen Kollegen einbringt. Das Gespenst Computer scheint an dieser Schule vergeblich zu klopfen und keine der Generationen scheint Bedenken zu haben, womit wir wieder am Anfang wären, beim wahrhaft philosophischen Satz: „Wir sind schlie; auch ein modernes Haus.
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3 Kommentare
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beatrice haeusgen aus Halle (Saale) | 08.12.2017 | 13:08   Melden
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Christa Beau aus Halle (Saale) | 08.12.2017 | 14:34   Melden
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Michael Waldow aus Halle (Saale) | 09.12.2017 | 05:39   Melden
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