Poffertjes, Pulled Bürger und ein Food-Festival

Erst mal informieren.
 
Das sieht gut aus.
Das 2. Street-Food-Festival lief man fast so schnell ab, wie man den Namen ausgesprochen hat. Nun, das ist zwar etwas geflunkert, doch passten die Stände auf dem historischen Hallmarkt bequem zwischen dem Göbelbrunnen und Marktkirche im Karree. In der Mitte waren dann auch genug Tische und Bänke aufgebaut, um zu schlemmen und etwas zu trinken. Trotz der überschaubaren Angebote musste man, um alles zu kosten, auch eine Menge Geld am Ende des Monats mitbringen. Aber wer kostet schon alles.

Sandy und ihre Tochter waren zu mindestens neugierig und schauten kurzerhand bei den Ständen vorbei, um vielleicht doch an dem Samstag zur Mittagszeit auf das Kochen zu Hause zu verzichten. Immerhin gab es einige exotische Speisen, wie zum Beispiel Mehlwürmer und Grillen. Neugierig auf das Aussehen waren beide schon, trauten sich aber nicht an diese eiweißreiche Nahrung heran. Es könnte ja sein, dass die Insekten im Mund anfangen würden, zu krabbeln. Da hat der Europäer noch nicht den Sprung geschafft, um diese Nahrung zu akzeptieren. Im asiatischen Raum stellt sich für zwei Milliarden Menschen nicht die Frage, ob man so etwas essen kann oder nicht. Forscher halten die Insekten für die Lösung des Proteinproblems in der Zukunft. Sandy fragt noch, wie die Insekten getötet werden, bekommt aber nur die Antwort, dass das Sache der Züchter sei. Schade eigentlich, dass die Verkäuferin nichts von der schmerzfreien Schockfrostung weiß. Grillen haben ein niedrig entwickeltes Nervensystem und deshalb keine Todesangst wie Säugetiere. Doch auch Vegetarier kommen an einigen Ständen wie zum Beispiel den afrikanischen Stand auf ihre Kosten.

Gutgelaunt umrunden Mutter und Tochter den Hallmarkt und gehen vorbei an dem „Kartoffelfreund“, „Burger Hot Dog“, „Mucha Mucha“ für Burritas, Henni’s Food Truck, dem „Schwarzen Neuseeland Burger“, dem „Smoker“, „Big Boy Grill“ und dem Bierstand, der eine kleine Brauerei integriert hat. Endlich entscheiden sich beide, die niedlichen kleinen Pfannkuchen mit Erdbeere und Nutella zu kosten. Die sogenannten Poffertjes sind eine niederländische Gebäckspezialität und eigentlich etwas süßer als normaler Pfannkuchen. Das schmeckt nach Frische, Eierkuchen ist bekannt und Nutella gehört zum Standard bei Kindern.

So ganz ist der Hunger nicht gestillt und eine zweite Runde wird in Angriff genommen. Jetzt holt sich Sophie etwas ganz Exotisches: Pommes mit Ketchup. Es lebe, was man kennt. Sandy eilt zum „Big Boys Grill“ und bestellt sich einen Pulled Burger. Ein wenig dauert die Zubereitung und es gibt einen Plausch mit dem Besitzer. Der schwört auf den Metzger vor Ort und hält nicht viel vom Fleisch als Massenware. Doch in Stoßzeiten muss er auch darauf zurückgreifen.

Schon sitzen Mutter und Tochter am Tisch und lassen es sich schmecken. In der Nähe tobt lustig eine Truppe Frauen durch die Menge mit aufblasbarem Mann und seltsamen Hüten in Pink. Sie feiern das Ende des Single-Daseins einer Braut und verteilen kleine Geschenke an die Passanten. Sophie ist mit ihren Pommes zufrieden, während Sandys Geschmacksknospen sich nicht so recht mit dem amerikanischen Barbecue anfreunden können. Sei es drum, ein Versuch war es wert und satt ist man auch. Nur eine Cola suchen beide vergeblich oder finden sie schlicht nicht. Gut, dass sie ein Getränk mitbrachten. Für ihren Partner zu Hause nimmt Sandy einen extralangen Keltenspieß mit, musste der doch arbeiten und konnte beide Damen nicht begleiten.

So sind Sandy und Sophie eigentlich ganz zufrieden, hätten sich ein wenig mehr an Auswahl gewünscht und haben schon ein paar Euro ausgegeben. Ob das Ganze nun den Namen Festival zu Recht trägt, müssen die Besucher entscheiden, die doch zahlreich erschienen sind und die Tische bevölkern. Als „Festivalchen“ geht die Sache auf jeden Fall durch und ist einen Gaumenbesuch mal wert gewesen, meint Sandy und Sophie nickt.
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2 Kommentare
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Joachim Brehme aus Quedlinburg | 30.09.2018 | 12:14   Melden
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Wolfgang Erler aus Sandersdorf-Brehna | 30.09.2018 | 19:07   Melden
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