Stadt, Land, Schule - und ein Gartenprojekt

Die Stadt: Halle-Neustadt, das Land: Heimatland Sachsen-Anhalt, die Schule: Heinrich Heine-Sekundarschule an der Eselsmühle. Nur handelt es sich nicht um das jedem bekannte Wissensspiel, sondern um einen Bildungsauftrag. Der wird an dieser Schule sehr ernst genommen, in Form von verschiedensten Projekten, die nicht nur der Integration von ausländischen Mitbürgern dienen, sondern auch dem Miteinander aller Menschen. Das ist gar nicht so einfach in einer Zeit, wo viele nur an sich selber denken und die gesunde Neu-Gier der Gier nach Handys, Autos und ich-will-soviel-wie-möglich-haben weicht. In diesem Fall geht es um ein Gartenprojekt. Die rührige Schulleiterin, Frau Rauchfuß, selbst hoffnungsvolle Kleingärtnerin, dachte sich, dass Natur ein schönes Geschenk auch für die Schüler einer Schule sei und flugs organisierte sie und ihre Mannen (Frauen eingeschlossen) ein 1800 qm großes Flurstück in der Charles-Dickens-Straße von der GWG. Natürlich lässt sich dieses flugs sehr schnell schreiben, einige Gespräche waren schon vonnöten, ehe die Schule im Herbst 2016 Pächter wurde. Am 9. März 2017 ist es denn auch soweit. Im Kulturtreff findet eine feierliche Informationsveranstaltung statt, bei der auch die Anwohner eingeladen sind. Menschliches Miteinander auf einfache und gärtnerische Art und Weise.

Auch Anwohner können Garten mitgestalten

Um noch einmal zum Bildungsauftrag zu kommen: der steht nämlich in der Einladung: „Dieses Grundstück wird nun Teil unseres projektorientierten Unterrichts und soll bei seiner Gestaltung und Nutzung nicht nur Lehr- und Lernzwecken dienen, sondern auch interessierten Anwohnern Möglichkeiten bieten, beim Gärtnern, Forschen und Gestalten in unserem „Science garden“ mit zu wirken.“ Klingt erstmal gut. Jan Berger, seines Zeichens Biologie Lehrer an der Heine Schule, hielt in einer Dienstberatung einen ausführlichen Vortrag über Sinn und Zweck des Gartens für Schüler, Lehrer und Anwohner, was sich in Kurzform etwa so formulieren lässt: Pflanze und du wirst die Früchte in jedem Fach ernten können und zwar mit allen Sinnen; riechen, schmecken, fühlen, schauen.

Die Heine-Schule knüpft damit ja auch an vergangene Traditionen an. So hatte sie schon einmal einen Garten mit zwei Teichen und ausgedehnten Beeten, der aber nach der Wende in den 90er Jahren durch Vandalismus zerstört wurde. Jetzt besteht eine weitere Chance, denn fiktiver Opa Otto, der an dem Kleinod als Anwohner mitwirkt, wird schon mal aus seinem Fenster pfeifen, wenn in dem Garten, wo seine Hände mitgeschaffen haben, Seltsames geschieht. Eine Kartoffel in die Erde gepflanzt, aufgezogen, geerntet, gewaschen und gekocht, schmeckt nun mal eindeutig anders als eine gekaufte aus dem Supermarkt. Da steckt dann etwas Eigenes, Erdiges drin - irgendwie.

Erste Ideen wurden bereits entwickelt

So stehen dann die Lehrer in den Startlöchern (und einige schon am Spaten), eine Lehrerarbeitsgruppe ist gebildet worden und besagter Herr Berger gab schon Inhalte und Ideen weiter: vom Hochbeet, zum Steingarten, Sukkulenten eingeschlossen und vielleicht einen Weidendom. Auf seiner Anschauungstafel stand dann auch ganz unten so etwas wie Feiern, das klang schon mal interessant. Der Rest natürlich auch. So wird aus dem Spiel Stadt, Land, Schule ein Projekt mit Hand und Fuß und die Heine-Schule gibt ihrem Bildungsauftrag eine im wahrsten Sinne des Wortes NATÜRLICHE Komponente. Das kann nicht jede Schule von sich sagen.
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2 Kommentare
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Christa Beau aus Halle (Saale) | 07.03.2017 | 15:49   Melden
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Brunhild Schmalfuß aus Halle (Saale) | 07.03.2017 | 16:42   Melden
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