Stabkirchen, nicht nur in Norwegen

Stabkirche Ringebu
 
Stabkirche Ringebu
Noch im Mittelalter gab es in Norwegen
1200 Stabkirchen. In heutiger Zeit sind
davon leider nur 28 Bauwerke, die uns
erhalten geblieben sind.

Solche Kirchen sind faszinierende Bauten,
die ausschließlich aus Holz angefertigt
wurden.
Die Stabkirche in Ringebu (Bild 1 - 3))
ist die einzige im Gudbrandsdal, die noch
an ihrem Ursprungsort steht.
1220 errichtet, befindet sie etwa in 60 km
Entfernung von Lillehammer.

Wesentlichste Merkmale von Stabkirchen sind vertikale Stäbe in den Ecken und die Tatsache, dass die Planken der Wände auf Schwellbalken lasten.
In der gesamten Konstruktion sind keine Nägel zu finden.
Alle ihre Teile sind miteinander verzapft und diese Einraststellen sichern ihre Stabilität.

Die meisten der Stabkirchen sind über die Jahrhunderte hinweg verändert, umgebaut, ergänzt und verbessert worden. Von der ursprünglichen Form der Kirche in Ringebu ist nur noch das Hauptschiff erhalten geblieben.

Das schöne, alte, sich am Hang befindliche Bauwerk erfuhr bereits etliche Umbauten und Erweiterungen, die ihren ursprünglichen Charakter verändert haben. Erst im 17. Jahrhundert wurden ihr zusätzlich noch das Querschiff und der Turm hinzugefügt.
Noch heute wird die Kirche für den Gemeindegottesdienst genutzt.

Zusätzlich ist die Kirche, als eine der größten Stabkirchen, natürlich auch eine touristische Sehenswürdigkeit.
An der Schmalseite der Kirche befindet sich ihr Eingang.

Für Eintritt und genauere Besichtigung reichten weder unsere wenigen eingetauschten norwegischen Kronen, noch die uns zur Verfügung
stehende Zeit.
Deshalb mussten wir in Ringebu freiwillig auf eine Führung durch die Kirche verzichten und uns auf die Stabkirche in Hahnenklee vertrösteten, die uns später ihr Innenleben für Fotos preisgeben wird.

In Norwegen wäre auch - trotz des für die Besichtigung gezahlten Eintrittspreises - das Fotografieren in den Innenräumen verboten gewesen.

Die Kirche ist umgeben vom Friedhof der norwegischen Gemeinde Ringebu.
Malerisch ist die Umgebung, wenn der Blick über den wunderschönen Friedhof streift, der sich am Hang entlang zieht.
Ein Rundumblick auf Tal, Fahrstraße und Fluss lohnt sich von diesem Standort aus.

Dekorative Grabsteine ziehen alle Blicke auf sich und künden von Zeit, Geschmack und Glauben der hiesigen Einwohner.
Die Art der Gestaltung norwegischer Friedhofsanlagen, wie wir sie bereits in Lillehammer gesehen und bewundert haben, findet sich auch hier.
Überall ist herrlich grüner Rasen. Bepflanzt wird nur ein ganz kleiner Bereich um den Stein. Selbst ohne Grabpflege bleibt trotzdem noch das satte Grasgrün des Rasens. So ist nirgends auch nur ein einziges vernachlässigtes und ungepflegtes Grab zu finden.

Bei einer zweiten Kirche (Bild 4 - 6), die wir in Lom besichtigen konnten, war es ähnlich.

Eine Ausnahme bildete die Stabkirche in Bergen (7 - 9).
Sie war nicht zugänglich, ihr Areal eingezäunt und das Tor mit einem Vorhängeschloss gesichert.
Diese Kirche befindet sich im Privatbesitz, sie kann deshalb auch nicht ohne konkrete Anmeldung und Führung angesehen werden.

Wie anders ist das doch bei uns im Harz, wo sich Deutschlands einzige Stabkirche (Bild 10 - 13) befindet. Erst vor einigen Jahren wurde sie wieder sehr aufwändig restauriert.
In Hahnenklee, nahe Goslar, kann sie jederzeit von außen und auch von innen besichtigt werden. Ihre hölzernen Schmuckelemente sind wirklich sehens- und auch bewundernswert.

Für uns war die Besichtigung ein beeindruckendes Erlebnis, auch wenn wir die Kirche nun schon in allen vier Jahreszeiten erlebt haben.
Immer wieder fasziniert sie neu mit ihrer hölzernen Schlichtheit und der Eleganz ihrer Elemente. Hier einige Beispiele der Holzschnitzarbeiten. (Bild 14 - 16)

Wer mit mir noch weitere Blicke in die Innenräume werfen möchte, der folge meinem Link.
Jetzt ist auch mein Link-Fehler korrigiert und zeigt wirklich das Innenleben der
Stabkirche Hahnenklee, nicht mehr die Außenaufnahmen von Ringebu... ;-)
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6 Kommentare
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Lothar Wobst aus Bitterfeld-Wolfen | 05.11.2016 | 15:44   Melden
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Roland Worch aus Aschersleben | 05.11.2016 | 16:10   Melden
2.292
Martina I. Müller aus Halle (Saale) | 06.11.2016 | 01:49   Melden
3.015
Roland Worch aus Aschersleben | 06.11.2016 | 06:49   Melden
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Martina I. Müller aus Halle (Saale) | 06.11.2016 | 08:58   Melden
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Roland Worch aus Aschersleben | 06.11.2016 | 12:09   Melden
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