Graffiti und der Verein „Kulturkiste e.V“

Reilstrasse 78
 
InterReil 78 Programm
Die tägliche Suche in der Web-Seite „365 Tage – jeden Tag was los“ machte uns wieder einmal auf eine Veranstaltung aufmerksam, die unsere Neugier weckte.

InterRail 78

Zwei Tage Hip Hop und Graffiti in der Reilstraße 78. Solche Themen und dann in dieser Schmuddelecke? Das war ein Grund einmal hinzugehen! Was wir sahen erstaunte uns. Ein buntes Treiben, eine entspannte Atmosphäre und der Farbgeruch schlugen uns am Eingang entgegen. Viele junge Leute, die an selbstgebastelten Wänden diese und die Hauswände und Mauern des Grundstückes besprühten. Zuerst beobachteten wir die intensiv arbeitenden Jungen und sehr wenigen Mädchen, die von HiP Hop Musik begleitet wurden. Sie beendeten ihre Arbeiten an den Wänden zum größten Teil schnell und gekonnt. Wir erfuhren, dass die Tafeln immer wieder neu bemalt wurden und sich das Bild vom Samstag zum Sonnteag dadurch veränderte. Wir erlebten Erfahrene und Anfänger die an ihrer Wand arbeiteten. Die am Eingang des Hauses aufgestellten Tafeln machten uns deutlich, dass abwechslungsreiche 48 Stunden geplant und wie wir später hörten, auch stattfanden. Da wir uns mit einigen der Jungs unterhielten, erfuhren wir viel Neues über dieses Haus und der Graffitikultur. Der anschließende Vortrag und der Film machte uns deutlich, dass es viele Auffassungen über Graffiti gibt und mit großen Problemen behaftet ist.

Verein Kulturkiste

Neu für uns war, das dieses Event bereits das zweite Mal stattfand. Wir erfuhren, dass vor 2 Wochen der Verein Kulturkiste in diesem Haus gegründet wurde und dass dies ein besetztes Grundstück ist, wo auf der Grundlage eines Duldungsvertrages mit dem Eigentümer die jungen Leute ihre Interessen leben können. Das vor allem 18 junge Leute federführend das Leben dort gestalten. Offen für alle Interessierten werden Erfahrungen ausgetauscht, gemeinsam gezeichnet und angeleitet, Vorträge und Workshops durchgeführt und diese an das Thema Graffiti herangeführt.

Was ist Graffiti und was nicht?!

Das Bekannteste, die professionelle und kunstvolle Gestaltung von Häuserwänden. Wie z. B. in der Freiimfelderstrasse, mit der Bezeichnung Graffiti-Galerie. Dann die Gestaltung der legalen freien Häuser- und Mauerflächen, die individueller aber nicht weniger phantasievoll gestaltet werden. Aber eben auch die illegalen Graffitis und die Schmierereien. Wo ohne Zustimmung der Eigentümer zielgerichtet an öffentlichen- und unmöglichsten Orten und Betriebsgeländen, an Häusern, Fahrzeugen usw., in der Nacht Graffitis angebracht oder beschmiert werden. Den meisten Betroffenen und interessierten Menschen wird klar sein, dass das mit Selbstbestimmung oder Übermut nichts zu tun hat. Es ist oft eine rücksichtslose unpassende Art, auf sich aufmerksam zu machen bis hin zu dummen Vandalismus, was unabsehbare Folge hat. Die sinnlose Zerstörung von Liebgewordenem, mühsam gebauten und wertvollen technischen Bauwerken sowie Technik. Es verschlingt bestimmt inzwischen bundesweit Millionen und zerstört historische Einrichtungen. Den größten Schaden bereiten die jungen Leute aber sich selbst. Sie gefährden ihr Leben und Gesundheit, sie werden missachtet, nicht ernst genommen, ausgeschlossen und vergeuden ihr Talent.

Aufbau eines Netzwerkes

Dieser Tag hat uns gezeigt, dass die Bemühung des Vereins ein erster Schritt ist, dass immer mehr junge Menschen sich mit den Auffassungen über Graffiti auseinandersetzten. Nur mit Hilfe und Unterstützung der Stadt, Eigentümer, Unternehmen und der Bürger kann unsere schöne Stadt noch bunter werden. Dann verschwinden vieleicht auch immer mehr illegale Graffitis und Schmierereien.
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marlit rendelmann aus Halle (Saale) | 10.07.2018 | 08:25   Melden
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