Hansezeit in der Saline

Die Taverne oder Hansehalle für die Geselligkeit
 
Blick zum Spellhus (Spielhaus) und weiter hinten zur Rüstkammer mit Schandgeige
Warum immer wieder Hanse? Ist das nicht so lange her? Fast 600 Jahre. Nun das mag sein, aber sind wir mal ehrlich. Halle ist eine Hansestadt (in der Neuen Hanse seit 2001), wenn auch im Binnenland. Die Zeit der Alten Hanse von 1281- 1478 hat die Stadt nicht nur geprägt, sondern auch wirtschaftlich vorangebracht. Dies zu ignorieren hieße, seine Kindheit vergessen. Wenig ist heute über die Hansezeit in den Annalen zu lesen, aber sie waren unbestritten da und die Kaufleute von damals hätten sich gewundert, würde man ihnen diese Zeit absprechen. Immerhin steht Halle heute auch nicht alleine da, sondern der jährliche Hansetag, der gerade in Rostock zum 38. Mal gefeiert wurde und an dem 2000 Delegierte aus 115 und 16 Nationen teilnahmen, zeigt doch, dass sich der Blick in die Geschichte und über die Tischkante hinaus lohnt. Nachlesen kann man die Geschichte der Hanse und des Salzes auch im gerade erschienen Hansebuch des Hallischen Hansevereins.

Vereine sind halt dazu da, Interessen zu bündeln und sie einem geneigten Publikum zu präsentieren, sei es als Video, Theaterstück, Publikation oder sogar in Vorträgen. Der Möglichkeiten sind da viele. Eine ist das jährliche Hansefest, dass nun auch schon zum 10. Mal im Mai über die Bühne lief. Das andere ist es, Geschichte begehbar zu machen. Das versucht der Hanseverein schon seit mehreren Jahren und hat nach Rückschlägen sein Domizil nun in der Saline gefunden. Möglich wurde dies durch die großzügige Unterstützung des technischen Salinemuseums der Stadt. 

Und da wird seit Anfang Juli gewerkelt oder gestaltet oder beides. Schon entsteht ein kleiner Komplex aus Hansehalle, eine Art Taverne zum gemütlichen Beisammensein zu Hansebier und lebhaften Diskussionen, ein Hansekaufhaus, indem das Salz gewogen und „verladen“ wird, eine Rüst- und Waffenkammer, waren auch die Kaufleute zur Verteidigung ihrer Stadt und Salzquellen verpflichtet, eine Art Spellhus (Spielhaus) für Spiele aus dem Mittelalter und einem Präsentationsraum, wo man die gesammelten und publizierten Werke der Hanseleute des Hansevereins bewundern oder erwerben kann.

Spätestens zum Salinefest am 22./23.09.18 kann man diese Räumlichkeiten und die Theaterauftritte des Vereins bewundern, wahrscheinlich schon ein wenig früher, wenn der geneigte Besucher sich am Wochenende im Salinemuseum tummelt. Natürlich ist noch einiges zu tun und einiges muss genäht, repariert und noch aufgebaut werden, aber da heißen die Hanseleute nicht Schreck und packen gemeinsam an.

Bei uns kann man Geschichte anfassen und manchmal auch den Staub der Jahrhunderte atmen und das im wahrsten Sinne des Wortes, glaubt man den Worten der Mitglieder, die die Räume im Groben einräumten. Der hat sich inzwischen aber gelegt, denn es wurde rege gefegt. So bekommt die Frage "Warum-wieder-Hanse" einen optischen Sinn und die Geschichte lässt sich regelrecht anfassen. Damit wird der Hanseverein gemäß seinen Aufgaben zu einem Mosaikstein zwischen Halloren und dem Salz, zwischen Francke und Händel und der mannigfaltigen Geschichte auf der Suche nach dem Sinn des Lebens. Gut, das klingt jetzt ein bisschen hochtrabend, ist aber einen Besuch wert.

Immerhin weist der Hallische Hanseverein e.V. auch einige Projekte auf und schert sich nicht nur um staubtrockenen Vereinsarbeit. Mit Kindern wurden und werden „Begegnungen im Mittelalter“ organisiert, wo die lieben Kleinen sich mit Spielen aus dem Mittelalter beschäftigen. Der Verein betreut auch Thietmars Flussfahrt im Projekt von Dom zu Dom, dass in diesem Jahr nun schon zum 4. Mal im Juli stattfindet, er dreht Videos und gestaltet Hefte zur Geschichte der Stadt Halle zur Zeit der Hanse und darüber hinaus. Geschichte kann auch Spaß machen und wird wieder erlebbar.
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3 Kommentare
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Manfred Wittenberg aus Nebra (Unstrut) | 11.07.2018 | 02:31   Melden
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Christa Beau aus Halle (Saale) | 11.07.2018 | 13:09   Melden
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Dieter Gantz aus Querfurt | 16.07.2018 | 16:44   Melden
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