Making Of HALLEGESTALTEN #6: Nachbarschaft gesucht

Bild: Marie Schultz

In einem großen Online-Projekt beschäftigen wir, 11 Studierende des Master-Studiengangs MultiMedia & Autorschaft, uns mit den STADTGESTALTERN in Halle (Saale). Im "Making Of" wollen wir euch die Storys hinter unseren Beiträgen näher bringen und zeigen, was euch beim Launch im März erwartet.

>> Mehr zum Projekt gibt's hier

#6: Wie wir Nachbarschaft suchten und dabei den Postkult e.V. fanden



von Marie und Mathilde

Als ich nach einem Thema für unser Stadtgestalter-Projekt suchte, merkte ich, dass mich ein aktueller Trend fasziniert: Beschäftigungen, denen man eigentlich alleine und vor allem zu Hause nachgeht, werden derzeit vermehrt gemeinschaftlich in der Öffentlichkeit ausgeübt. Stricken, Nähen, Kochen, Gärtnern. Das wird Urban Knitting, Urban Gardening oder Schnippelparty genannt und so zu einem Event. Dies scheint eine der aktuellen Formen zu sein, wie Gemeinschaft in Städten gelebt wird.

Mir stellte sich daraufhin die Frage, ob auch Nachbarschaft immer mehr nach außen, ins Öffentliche getragen wird. Frühere Generationen kannten ihre Nachbarn gut: Man lieh sich gerne Eier und Mehl oder auch mal den Rasenmäher aus, beim morgendlichen Treff am Briefkasten besprach man persönliche Ereignisse. Meine Nachbarn kenne ich lediglich von flüchtigen Begegnungen im Treppenhaus und ihre Kinder kann ich nur anhand der Lautstärke des Treppensteigens auseinanderhalten.

Gibt es in großen Städten überhaupt noch Vorzeige-Nachbarschaften, in denen man sich einander hilft und füreinander da ist?
Unser Miteinander prägt und gestaltet die Stadt jeden Tag aufs Neue. Kann also auch Nachbarschaft, eine der natürlichsten Formen der Gemeinschaft, die Stadt gestalten?

Marie, die einen Beitrag über Gemeinschaftsgärten machen wollte, musste feststellen, dass der Winter einfach die falsche Jahreszeit dafür ist. Nachbarschaft und Gemeinschaftsgärten haben aber zum Glück mehr Gemeinsamkeiten, als dass sie Menschen zusammen bringen. So kam es, dass wir uns gemeinsam auf die Suche nach Nachbarschaft begaben. Vier Augen sehen nun mal mehr als zwei.

Unsere Suche führte uns nach Glaucha zum Postkult e.V. Der Verein setzt sich gegen Leerstand in Halle ein, indem er leerstehende Gebäude mit Projekten und neuem Leben füllt. Der Verein verfügt sogar über einen Gemeinschaftsgarten, sodass Marie ihrer Frage, wie sich Gärten auf das Stadtbild auswirken, doch noch nachgehen konnte. Wir haben mit den Menschen gesprochen, die sich in Glaucha aktiv für ihre Nachbarschaft und ihr Stadtviertel einsetzen und sie gefragt, ob es heute noch Nachbarschaft braucht und wer in ihren Augen die Stadt gestaltet.

Was es mit dem „Wunder von Glaucha“ auf sich hat und wie die Nachbarschaft in Glaucha das Viertel verändert hat, erfahrt ihr ab dem 3. März auf www.hallegestalten.de. Was für ein Verhältnis habt ihr zu euren Nachbarn? Und habt ihr gemeinsam eurem Viertel auch schon einen neuen Anstrich verpasst?
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