GEDENKTAFEL in Ermsleben über den Todesmarsch im April 1945

noch ist die Gedenktafel noch verhüllt
Falkenstein/Harz: Konradsburger Str. | Am 08.08.2018 fand die feierliche Enthüllung der Gedenktafel in Falkenstein, Ortsteil Ermsleben statt. Zur Enthüllung hatten sich der Bürgermeister von Falkenstein  Klaus Wycisk, die Vorsitzende der Interessengemeinschaft Todesmarsch Langenstein - Zwieberge Ellen Fauser, als Zeitzeuge Klaus Holz und der Initiator der Gedenktafel, der Vorsitzenden des Harzhklubs Zweigverein Falkenstein, Udo Münich eingefunden. Er wurde dabei von  mehreren Wanderfreunden unterstützt. Leider waren außer dem Ortsbürgermeister Günther Schmiedemeier keine weiterer Bürger aus Ermsleben zugegen. In seiner Eröffnungsrede ging Udo Münich  auf die Notwendigkeit der Erinnerung an die Zeit von 1933 bis 1945 ein. Frau Ellen Fauser brachte uns nochmals nahe, was damals zum Ende des Krieges mit den KZ Häftlingen aus Langenstein - Zwieberge geschah. Herr Wyscik  erinnerte  ebenfalls daran, dass die Nationalsozialisten durch freie Wahlen an die Macht kamen und welche Gefahr heute besteht, dass sich die Geschichte wiederholen könnte. Zur ständigen Erinnerung an die Verbrechen der Nazis soll auch diese Gedenktafel beitragen. Gemeinsam mit Udo Münich und Klaus Holz erfolgte die Einweihung der Gedenktafel.
Der Todesmarsch  
Am 21.April 1944 wurde bei Halberstadt, in Langenstein - Zwieberge, eine Außenstelle des KZ Buchenwald eingerichtet. In einem knappen Jahr, wurde ein 13 km langes Stollensystem  von etwa 7.000 KZ Häftlingen  in den Thekenberg getrieben. Bei dieser unmenschlichen schweren Arbeit verstarben dabei fast 2.000 Häftlinge. Zu Kriegsende wurden am Abend des 8. Aprils 1945 6 Kolonnen zu je 500 noch gehfähige Häftlinge gebildet. Eine Kolonne erreichte auch am 11. April Ermsleben. Auf dem dortigen Sportplatz nächtigte dieser Haufen von kranken, ausgemergelten  Gestalten.  Die SS Aufseher ließen es nicht zu , dass die Bevölkerung , diesen Menschen mit Wasser und Brot helfen konnten  Wer diese Strapazen nicht durchhalten konnte, wurde einfach erschossen. So wurden allein in Ermsleben 11 Häftlinge ermordet. Von den 3.000 Häftlingen überlebten etwa  2.500 Häftlinge den Todesmarsch nicht. Ein Häftling, der diesen Todesmarsch überlebte, war Paul Le Gaupil. Der Franzose schrieb später in seinem Buch "Erinnerung eines Normannen" authentisch über seinen "Aufenthalt"  in Ermsleben. Auf der Gedenktafel sind eine Skizze und Textteile aus seinem Buch  zu finden.


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