Menschen, die Geschichte schrieben …

Gästeführerin Kerstin Schrader
 
Im Kayserschen Haus, das dem Rathaus ähnelt, wohnten Bürgermeister und betuchte Kaufleute oder Künstler. In neuerer Zeit auch der Fotograf Walter Hege.
... lautet das bundesweite Motto des diesjährigen Weltgästeführertages.

Ab Mitte Februar boten bzw. bieten viele Städte kostenlose Stadtführungen an. In Naumburg standen am Samstag, 17. Februar 2018, drei Spaziergänge zur Auswahl:

• Friedrich Nietzsche
• Musikalisches Naumburg
• Bedeutende Persönlichkeiten auf der Durchreise

Ansprechende Themen allesamt. Alle fanden regen Zuspruch. Ich entschied mich - wie viele mit mir - für letztgenanntes Angebot.

Meine Notizen und Fotos möchte ich nicht nur als Kurzbericht und Werbung für unser schönes Naumburg verstanden wissen, sondern auch als kleines Dankeschön an die hiesigen Gästeführer, hier speziell Karin Baier und Kerstin Schrader. Kurzweilig brachten sie ihr profundes Wissen an die Frau bzw. den Mann.

Mit meinem Beitrag will ich das Gehörte nicht akribisch wiederholen. Könnte ich auch gar nicht. In 1 ½ Stunden wurde über so viel Interessantes, Bekanntes und Unbekanntes gesprochen, dass es den Rahmen eines Kurzberichts sprengen würde.

Ich beschränke mich lediglich auf das Benennen einiger weniger Persönlichkeiten, die mehr oder weniger große Geschichte(n) schrieben bzw. die sich mehr oder weniger lange in Naumburg aufhielten:

  • Mit dem Einmarsch der Truppen von Kaiser Karl V. ‚kam‘ angeblich der Tabak nach Naumburg (1547). Den Genuss des Rauchens habe man bis dahin hier nicht gekannt, heißt es.

  • August von Leubelfink, besser bekannt als Gustav Adolfs Page. Beide - König und Page - wurden 1632 Opfer in der Schlacht bei Lützen. Zuvor lagerte der schwedische König Gustav III. Adolf mit seinen Truppen vor dem Naumburger Salztor und übernachtete selbst im Gasthof „Zum Scheffel“, heute Salztorschule. - Leubelfink ist in der Naumburger Stadtkirche am Markt begraben.

  • Zacharias Hildebrandt baute August 1743 - 1746 die berühmte Orgel in der St. Wenzelskirche. Abgenommen hat sie kein Geringerer als Johann Sebastian Bach.

  • Johann Christoph Altnickol (Schwiegersohn von J. S. Bach), war erster Organist der Hildebrandtorgel. Er wohnte in Naumburg, und betreute nach dem Tod seines Schwiegervaters einen geistig behinderten Sohn Bachs.

  • Napoleon Bonaparte hielt sich zweimal mehrere Tage in Naumburg auf (1806/Schlacht bei Jena und Auerstädt, 1813 schaute er sich in der Stadt nach Versorgungsmöglichkeiten für sein Heer um).

  • Königin Luise, Gemahlin von König Friedrich Wilhelms III. von Preußen, blieb im September 1806 mitsamt Hofstaat 10 Tage. Es gab ein Treffen mit Napoleon.

  • Karl Richard Lepsius, 1810 in Naumburg geboren und aufgewachsen, bekannter Ägyptologe.

  • Walter Hege (geboren1893 in Naumburg), Fotograf, publizierte Kunstbände u. a. über den Bamberger und Naumburger Dom (Bamberger Reiter bzw. Uta).

Nett waren die kleinen persönlichen Anekdoten der uns informierenden Begleiterinnen. So war die Oma von Stadtführerin Frau Schrader Statistin in dem Kinofilm "Hände hoch, ich schieße" mit Rolf Herricht. Gefühlt habe man hinter der Wenzelskirche stundenlang eine Kutschszene geprobt, meinte Frau Schrader. Im Kino sei die Fahrt dann nur wenige Sekunden zu sehen gewesen.

Bei Wikipedia heißt es dazu:
'Hände hoch oder ich schieße' war der letzte unveröffentlichte DEFA-Film mit Aufführungsverbot aus der Zeit des 11. Plenums von 1965. Die Komödie wurde zwischen 1965 und 1966 gedreht, kam aber nie in die DDR-Kinos. Nach einer Rekonstruktion des Films im Jahr 2008 feierte er im Juni 2009 nach über 40 Jahren seine Kinopremiere.

Der Großvater von Frau Baier erfand einen Transportkorb für Tauben. Die ganze Familie - so auch Enkelin Karin - sei in die handwerkliche Anfertigung eingebunden gewesen. Bei jedem traditionellen Taubenmarkt in Naumburg denke sie an das Einweichen der Weidenstränge, an dem sie als Kind mitwirken durfte.

Gern wurde zum Ende der Führung ein freiwilliger Obolus entrichtet, der für neue Figuren einer Krippe mit lebensgroßen Figuren verwendet werden soll. Leser meiner Beiträge wissen, dass diese jährlich von Bildhauer Stefan Hutter erweitert wird und in der Adventszeit an einem Portal der Stadtkirche St. Wenzel zu bestaunen ist.
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6 Kommentare
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Peter Pannicke aus Wittenberg | 19.02.2018 | 13:25   Melden
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Lothar Teschner aus Merseburg | 19.02.2018 | 15:03   Melden
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Christine Schwarzer aus Dessau-Roßlau | 19.02.2018 | 15:54   Melden
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