Quedlinburger Warten - Wanderung

Bicklingswarte (frühere Aufnahme)
 
bei dichtem Nebel begann die Wanderung in Badeborn
Quedlinburg: Gersdorfer Burg | Die Neujahrswanderung des Harzklubs Ballenstedt führte uns zu den beiden, südlich bzw. südöstlich von Quedlinburg, gelegenen Warten. Von Badeborn aus wanderten wir bei Nebel auf teils aufgeweichten Wegen in Richtung Bicklingswarte.
Das Wartensystem im Mittelalter
Die Bicklingswarte sowie die Seweckenwarte gehörten zu den mittelalterlichen Verteidigungssystem von Quedlinburg. Von den einzelnen Feldwarten(11) rund um Quedlinburg bestand eine Sichtverbindung zu den Türmer der Marktkirche. Dieser hatte die Aufgabe, bei entsprechenden Signalen von den Feldwarten, die Bürgerwehr zu alarmieren. Einige von den, noch  existierenden, Warten, werden heute als Aussichtstürme genutzt.Sie sahen im Mittelalter völlig anders aus. Da die Warten ständig besetzt sein mussten, waren sie mit Dächern und Wohnflächen versehen. Weiterhin war ein Zugang zu den Warten nur über Leitern, die bei Gefahr entfernt wurden, möglich, Zu den Aufgaben der Wartenbesatzung gehörte es, bei Gefahr.durch umherziehenden Räuberbanden, Bauern und Hirten, die auf den umliegenden Feldern arbeiteten, zu warnen. Zusätzlich waren zum Schutz dieser Feldarbeiter, Landgräben angelegt. In der Nähe der Bicklingswarte ist ein solcher Landgraben noch sichtbar.



 
Jetzt  erfolgte die Besichtigung der Bicklingswarte.  Bedingt durch den Nebel, waren weder die Trappenberge noch die Seweckenberge zu sehen. In nordwestlicher Richtung wanderten wir über den Gersdorfer Weg bis an den Ortsrand von Quedlinburg. Über einen schmalen Pfad ging es zur Mittagspause hinauf zu dem Ochsenkopf. Hier handelt es sich um einen Aussichtspunkt auf einem zerklüfteten Sandsteinfelsen. Anschließend wanderten wir zur Seweckenwarte weiter. Glücklicherweise hatte sich der Nebel etwas gelichtet, sodass wir, von der Warte aus, die Gersdorfer Burg schemenhaft erkennen konnten. Kurz vor Badeborn kamen wir an einen alten Grenzstein vorbei. Er kennzeichnete die Grenze zwischen Preußen und Anhalt. 

 

Grenzsteine im Alltag
Leider sind diese Grenzsteine an den Landstraßen fast vollständig verschwunden. Noch in den dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts hatten diese Grenzsteine im Alltag ihre Bedeutung. Ein Beispiel: Wollte ein Bauer aus Frose/Anhalt eine Ackerfläche an seinen Nachbar verkaufen, spielte sich folgender Vorgang ab. Die beiden Bauern fuhren in die Nachbarstadt Aschersleben um dort einen Vertrag bei einem Notar/Rechtsanwalt abzuschließen. Nachdem der Notar den Vertrag aufgestellt  hatte, bestellte er sich eine Kraftdroschke (Taxi) um zusammen mit den Vertragspartnern eine kleine Tour zu unternehmen. Da Aschersleben zu Preußen gehörte, fuhren sie auf der Landstraße in Richtung Hoym (Anhalt). Nachdem sie auf anhaltinischem Gebiet angekommen waren - also den Grenzstein passiert hatten - konnte der Vertrag unterschrieben werden.  Da der Vertragsgegenstand in Anhalt lag, konnte der Vertrag nur auf anhaltinischem Gebiet unterzeichnet werden. um seine Rechtsgültigkeit zu erlangen.
Ein Dankeschön geht an die beiden Wanderfreundinnen Seidel und Lindenberg, die die Wanderung vorbereiteten und durchführten.  
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Kurt Kuchinke aus Ilberstedt | 17.01.2018 | 21:04   Melden
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