Auf der Tonleiter gen Himmel

Meditation 2.0 in der Johanneskirche Wolfen

Ich bin spät dran. Hektik treibt mich voran. Das Konzert will ich pünktlich erreichen. Ein glänzender Herbsttag gibt sich die Ehre. Viele Bänke in der Kirche sind besetzt. Die Glocken rufen schon und ich finde meinen Platz. Sonnenlicht fällt ein – die Orgel ertönt. Ihr Klang ist raumfüllend. Betrachtet man sie als Symbol der Vielfalt menschlichen Lebens, kann sie unseren Stimmungen und Befindlichkeiten Ausdruck verleihen. So folgt Stück auf Stück. Von Händel und Bach im 17. Jahrhundert bis in die Moderne mit Robert W. Jones. Begleitender Worte bedarf es nicht. Jeder Zuhörer ist ein stückweit für sich allein- allein mit der Musik. René Mangliers singt und spielt einmal mehr seine Zuhörer virtuos und einfühlsam in diese Stimmungen hinein. Und gibt damit, wenn man sich darauf einlassen will, eine gute Stunde die Möglichkeit, die spirituelle Tiefe des eigenen Lebens auszuloten.
Leise Wehmut schwingt mit. Ähnlich einem Abschied, vielleicht der vom scheidenden Sommer. Im zweiten Teil wechselt er zum E-Piano und erreicht nochmal eine ganz neue Erfahrung für die Sinne. Der runde, warme Ton der vollen Bässe wird nun durch kristallklaren, feinen Diskant ergänzt.
Kurzweil und Abwechslung durch eine perfekte Auswahl der Stücke und am Ende ist jeder einzelne Zuhörer wieder im Beifall als dankendes Publikum vereint.
Momente der Ruhe, ein Innehalten im Alltag, einfach nur da sein und sich Zeit nehmen - so wird Musik zur Kraftquelle. Ein Dankeschön an René Mangliers.

„Ein guter Gesang wischt den Staub vom Herzen.“

Christoph Lehmann 1570 -1638
Lehrer und Stadtschreiber zu Speyer
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