Finnland Rückblick Teil 1

 
Santa Claus Village

Das Jahr ist fast zu Ende und somit auch mein Auslandssemester. Zeit für eine weitere Berichterstattung.

Rovaniemi und mein Geburtstag

Am 18.11.2017 hatte unsere Hochschule hier in Kemi einen Ausflug nach Rovaniemi organisiert.
Zuerst fuhren wir auf eine Rentierfarm und durften dort die Tiere streicheln. Auch eine kleine Schlittenfahrt und traditionelles Rentieressen stand auf dem Plan. Bei Eero hatte ich bereits Rentierfleisch gegessen und bin leider kein Fan geworden. Warum auch immer.
Danach ging es weiter in die Stadt. Dort konnte ich endlich das Arktikum besuchen und in die Geschichte der Region eintauchen. Das steht auch auf dem Programmpunkt, wenn meine Eltern über Weihnachten kommen.
Von dort ging es dann das erste Mal ins Santa Claus Village. Dem Ort, an dem der Weihnachtsmann wohnt. Für Kinder und echte Weihnachtsfans ein Muss. Ansonsten beschreiben es die Worte eines spanischen Austauschstudenten am besten: es ist die Hauptstadt des Kapitalismus.

Alles in allem bot der Tag viel Abwechslung, für den Abend hatte ich alle zu uns in die Wohnung eingeladen um mit mir in meinen Geburtstag hinein zu feiern. Leider kam nicht viele Leute, da sie alle ziemlich müde waren. Am Ende waren wir eine Gruppe von 7 Leuten aus Deutschland, Belgien, Österreich, Japan und Ungarn. Um 23 Uhr kamen wir auf die Idee einen Schneemann zu bauen und im Schrank fanden wir auch einen kleinen Schlitten. Also beschlossen Julia, Berth und ich, dass wir zum nächsten Supermarkt laufen und dort auf einen Schneeberg klettern. Es gibt in Kemi nicht viele Möglichkeiten Schlitten zu fahren. Der eben erwähnte Berg, entstand durch den Schnee der auf dem Parkplatz des Supermarktes lag und beim Räumen auf eine Stelle gefahren wurde.
Nachts halb 12 Uhr kletterten wir also nach einander auch diesen etwa 4 Meter hohen Berg und fuhren Schlitten.
Pünktlich 24 Uhr waren wir dann zurück in der Wohnung, wo ich endlich alle Geschenke aufmachen durfte. Berth und Julia hatten als meine Mitbewohnerinnen alles vor mir versteckt und den Tisch, sowie Kuchen usw. echt sehr schön hergerichtet. Noah hatte sein Geschenk der Julia gegeben und Pakete von meinen Eltern, meinen Großeltern und anderen Freunden musste ich immer vorher abgeben.
Ich bin schrecklich neugierig und kann Überraschungen nur schwer ertragen.


Kurzer Besuch

Eine Woche später kam meine beste Freundin Alex mit ihrem Verlobten, den Martin, mich besuchen. Die Beiden schliefen im Hostel Villa Kemi und zusammen fuhren wir nach Tornio, in einen Indooractionpark und ins schwedische Candyworld. Der Indoorpark hatte sich richtig gelohnt und uns drei an unsere Teenager Jahre in Dessau und dem Dessaulino erinnert. Dort bestand vor einigen Jahren an manchen Samstagen spät abends die Möglichkeit für Erwachsene zu spielen. Dass ganze nannte sich „Toben für Erwachsene!“. Diese Erinnerung frischten wir auf.
Am Dienstag fuhren wir nach Rauna, in den Wildlifepark. Dieser sehr große Park beherbergt nur Tiere aus Lappland und zwei Eisbären. Auch dort werde ich noch einmal mit meinen Eltern hinfahren.
Am Mittwoch hatte ich dann frei und wir fuhren für den ganzen Tag wieder ins Santa Claus Village, dort besuchten wir einen Huskypark und Alex und Martin machten für ihren zukünftigen Nachwuchs ein Bild mit dem Weihnachtsmann. Die Beiden können also mal behaupten, dass es den wirklich gibt und beweisen können sie es auch.


Warum mein Bett kaputt ist

Am Donnerstag, an Berths Geburtstag, reisten die beiden wieder Richtung Helsinki ab.
Wir besuchten Berth auf Arbeit und feierten mit allen am Samstag. Dafür stellten wir unsere Tische und auch alle Stühle in unsere Zimmer. Trotzdem mussten wir noch auf unseren Bett sitzen. Ich verkrümelte mich irgendwann in die Küche und unterhielt mich mit den Österreichern. Gegen halb 1 Uhr nachts, gab es ein lautes Geräusch. Ein richtiges krachen. Mit aufgerissenen Augen ging ich in mein Zimmer.
Javir, der Spanier, sah mich mit ebensolchen Augen an. Alle waren aufgesprungen. Javir war über mein Bett gelaufen, er stand an der Ecke des Bettes als der Rahmen nachließ und kaputt brach.
Nach einigen Begutachtungen, war klar: zu reparieren geht das nicht mehr.
Ich glaube, dass war der Anlass für die Meisten, die Party zu verlassen. Bis um drei Uhr waren trotzdem noch Leute da. Javir entschuldigte sich eintausend Mal, aber ich war ihm nicht böse. Sowas passiert nunmal. Außerdem war ich müde. Als ich dann um vier Uhr endlich schlafen konnte, kletterte ich in mein gesunkenes Schiff und legte mich auf die Matratze. So unbequem war es nicht.
Und irgendwie segelte etwa eine Woche jede Nacht darin.

Eisbaden



Am 6.12. ist Finnlands Unabhängigkeitstag. Diesen Tag feiern die Finnen sehr gern. Er ist ihnen quasi schon fast heilig. In diesem Jahr wurde Finnland 100 Jahre alt und das Land feierte von Januar an. Überall gab und gibt es Dinge zu kaufen auf denen „Soumi 100“ steht. Zu diesem Anlass fanden im Vorfeld viele Veranstaltungen statt. So auch der Versuch 100 Leute zum Eisbaden zu animieren. Am 3.12.17 hatte ein Verein namens „Kemin Lattu“ die Veranstaltung an der Ostsee organisiert. Dort gibt es einen Steg, in dem man im Winter Eisbaden kann. Am 3.12 war dort eine Journalstin, Leute vom Verein und es gab Tee sowie duschen. Fast die gesamte Austausch Gruppe war anwesend und wir alle hüpften nacheinander in Wasser. Das war eine Wahnsinnserfahrung. Es war zuerst nicht kalt im Wasser und auch draußen ging es. Krank wurde ich auch nicht. Alles in allem war ich sehr froh, es gemacht zu haben.
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Weiterveröffentlichungen:

Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.Mitteldeutsche Zeitung | Erschienen am 24.01.2017
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2 Kommentare
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Ulrich Kruggel aus Dessau-Roßlau | 26.12.2017 | 08:44   Melden
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Anna Lauche aus Rietzmeck | 26.12.2017 | 08:46   Melden
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