Bockwind- & Holländer-Mühlen auf der Spur ②

Bockwindmühle Arendsee, Baujahr 1731
 
St. Martinskirche Brunau - die ungleichen Schwestern
Auf der Weiterfahrt von Letzlingen zum Ferien Hotel Lewitz Mühle  war Arendsee mein erstes Ziel.
Doch vorher musste ich kurz hinter Kalbe unbedingt wegen einer sehr markanten Feldsteinkirche in Brunau anhalten.

Die ungleichen Schwestern

Die St. Martinskirche. Sie wurde um 1200 im romanischen Stil aus Feldsteinen errichtet und erhielt später auf dem Querturm zwei unterschiedliche Turmhelme, einer rund und der andere achteckig, aus Backstein im gotischen Stil. Diesen Umstand schreibt die Legende zwei Töchtern des Geschlechts derer Alvensleben aus Plathe zu, die sich nicht über die Form des Turmhelms einigen konnten. Schließlich ließen sie sich je einen Turm errichten.
Nach 1875 wurde die Kirche restauriert, Schiff und Chor im Stil der Neugotik neu erbaut und eine Orgel installiert. Der Taufstein stammt möglicherweise aus der Frankenzeit, aus dem 16. Jahrhundert stammt die Figur des St. Martin zu Pferd mit Bettler neben dem Chor. Seit 2009 hat die St. Martinskirche wieder Bronzeglocken statt der nach dem Ersten Weltkrieg hergestellten Gusseisenglocken. Eine Gusseisenglocke wird zur Erinnerung vor der Kirche aufbewahrt.
Quelle: Kirche Brunau

Bockwindmühle Arendsee, Baujahr 1731

Durch eine aufwendige Sanierung konnte dieses historische Bauwerk noch vor dem Winter 2017 vor dem Verfall gerettet werden. Es mussten völlig morsche und vom Schwamm zerfressene Balken ausgetauscht werden.
Der ganze Bau wurde etwas angehoben und mit Holzstreben mehrfach an den Seiten abgestützt.
Ebenfalls schon erledigt ist die Treppensicherung. Sie ist gerade ausgerichtet und stabilisiert worden. Durch das Anheben schwebt die letzte Stufe wieder frei und ermöglicht ein unbedenkliches Betreten der Mühle.
Quelle: Bockwindmühle Arendsee gerettet
Im unmittelbaren Umfeld waren allerhand alte bäuerliche Gerätschaften aufgebaut – sogar mit Informationstafeln. Obwohl selbst auf einem alten Bauernhof an der Elbe bei Meißen geboren, sind mir mittlerweile die meisten unbekannt!

Der 5,4 Quadratkilometer große, gleichnamige Arendsee entstand übrigens durch Bodeneinbrüche. Schuld daran ist das Grundwasser, das die unter dem See liegenden Salzstöcke ausgelaugt hat. Dadurch entstanden in den 260 Millionen Jahre alten Salzstöcken Hohlräume, die einstürzten. Die letzte Katastrophe ereignete sich 1685. Damals stürzte der gesamte Mühlberg samt Mühle in den See. So etwas wird sich hoffentlich nicht wiederholen.

Weiter ging es Richtung Elbe. Vergeblich suchte ich hier am Elberadweg vorbei trotz zweier Runden durch den Ort die hiesige Bockwindmühle Wanzer.
Seit 1611 ist Wanzer als Mühlenstandort bekannt. Am Platz der heutigen Mühle, auf dem Mühlenberg am Alanddeich, stand bis 1946 die Marten-Mühle. An diesem historischen Ort hat der Mühlenverein des kleinen Dorfes mit unglaublichem Engagement die heutige Bockwindmühle in den Jahren 2001 bis 2007 wieder errichtet – partiell aus Teilen einer zweiten Mühle, die ursprünglich am anderen Ende des Dorfes bis in die 1950er Jahre ihren Dienst tat.
Quelle: Bockwindmühle Wanzer

Fährmann hol über!

Mein nächstes Ziel war Schnackenburg, der kleinsten Stadt Niedersachsens (583 Einwohner) einem Kleinod mit maritimem Charme, direkt an der Elbe, am Elberadweg gelegen. Der Turm der um 1200 erbauten St. Nicolaikirche begrüßte uns schon von weitem. Aus Zeitgründen verzichteten wir aber ebenso wie beim Grenzlandmuseum auf eine Besichtigung.
Hatten wir ein Glück, dass am 24. Juli der Pegelstand mit 7 cm noch nicht so niedrig war wie im in der Nähe gelegen DÖMITZ am heutigen 20.August!

Den nächsten kurzen Fotostopp legte ich in Lanz, dem Geburtsort von Turnvater Friedrich Ludwig Jahn ein.
Er wird doch nicht bei meinem Schnappschuss „Was sucht er da?“ nachträglich seine Finger im Spiel gehabt haben?

Langsam wurde es so unangenehm heiß, dass wir im Schlosspark Ludwiglust nur eine ganz kurze Runde drehten und auf den ursprünglich geplanten erneuten Besuch des Englischen Landschaftsparks Dammereez und der Erdholländer-Windmühle Wittenburg ganz verzichteten.
So erreichten wir, entgegen meiner sonstigen Gewohnheiten, schon 14:45 Uhr unser

Ferien Hotel Lewitz Mühle.

Die reetdachgedeckte "Lewitz Mühle" von 1874 auf dem Berg in Richtung Hasenhäge, ist die einzigste, die es heute noch in Banzkow (Nähe Schwerin) gibt. Diese Holländermühle wurde in den letzten Jahren liebevoll restauriert.
Die unter Denkmalschutz stehende Mühle wurde 1994 komplett renoviert und 1995 wurde der Komplex durch ein modernes Hotel mit Wellnessbereich erweitert. Dabei wurde darauf geachtet, Vergangenheit und Zukunft harmonisch zusammenzufügen.
Quelle: Ferien Hotel Lewitz Mühle.
Unter dem dichten Blätterdach der wie ein Schirm geschnittener Platanen vor der Mühle war Frühstück und Abendbrot ein Hochgenuss; selbst bei tropischen Temperaturen!
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2 Kommentare
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Ulrich Kruggel aus Dessau-Roßlau | 20.08.2018 | 22:54   Melden
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Manfred Wittenberg aus Nebra (Unstrut) | 21.08.2018 | 06:32   Melden
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