Auf den (Hundisberger) Hund gekommen

Zinkguss-Skulptur eines Florentiner Wolfshundes bzw. Hundisburger Hundes
 
Barockschloss und Barockgarten Hundisburg
Hillersleben: Schloss Hundisburg | In Sachsen-Anhalt gibt es mittlerweile 50 Gartenträume – Historische Parks. Und es kommen sicherlich noch weitere dazu. Nahezu unmöglich sie alle zu besuchen!
Auf unserer Fahrt vor kurzem zum Hotel Jagdschloss Letzlingen besuchten wir aber einen weiteren:

Barockgarten Hundisburg, Landschaftspark Althaldensleben

Für einen Besuch des Barockschlosses gönnten wir uns keine Zeit, aber umso mehr für Barockgarten und Landschaftspark. Letzterer hat viel Ähnlichkeit mit Wörlitz (es fehlen nur die Seen und Kanäle).

Die lang anhaltende Trockenheit der letzten Wochen hat leider auch hier Spuren hinterlassen – es fehlte an frischem Rasengrün. Trotzdem wurde es eine sehr erlebnisreiche Rundwanderung.

Die historischen Garten- und Parkanlagen von Hundisburg und Althaldensleben gehen in ihren Vorläufern bis in das späte Mittelalter zurück. Johann Friedrich von Alvensleben ließ die Hundisburg durch den Braunschweiger Landesbaumeister Hermann Korb zum Barockschloss umbauen (1693-1712) und den barocken Garten anlegen (1699-1719), der zu den wichtigsten Anlagen seiner Zeit in Norddeutschland zählt. Schon ab 1753 wurden Teile des Gartens als "Englische Partie" der neuen Stilform des englischen Landschaftsgartens angepasst.
1810 erwarb der Kaufmann Johann Gottlob Nathusius das Kloster Althaldensleben und 1811 Hundisburg. Unter Nathusius und seinen Söhnen entstand bis zum Ende des 19. Jahrhunderts der rund 100 Hektar große Landschaftsgarten, der seither beide Besitzungen miteinander verbindet.
Quelle: Barockgarten-hundisburg
Da findet man auch einen Parkplan.

Zurück ins 18. Jahrhundert

Vier Gärtner schneiden Buchsbaumhecken zu kunstvoll verschlungenen Zirkelornamenten.. Auch Anfang des 18. Jahrhunderts beschäftigte der damalige Hausherr Johann Friedrich von Alvensleben vier Gärtner, dazu ein Gartenpferd, das lederne Hufschuhe trug, wenn es die Wege glatt zu ziehen hatte.

Damals war der Park eine Berühmtheit, wurde von Zeitgenossen als "gewiss der vorzüglichste, größte und schönste" gepriesen mit dem Oberen und Unteren Lustgarten, den aufwendig angelegten Terrassen, einem Bogengang und Wasserspielen, Grotten, dem Irrgarten, einem Gartentheater, exotischen Pflanzen und Sandsteinfiguren in verschwenderischer Zahl. Er wird durch das
reich verzierten schmiedeeisernen "Pariser Tor" von 1738 stilvoll begrenzt.
Man kann sich heute nicht einmal mehr vorstellen, dass bis vor wenigen Jahren von dem Park allenfalls noch die Grundform zu erkennen war. Er war verwildert und verbaut, direkt an der Schlossterrasse gab es einen Fußballplatz und Gemüsebeete.
Quelle: Monumente-online

Wir starteten unseren Rundgang vom Schloss aus in den sich über drei Etagen erstreckenden Barockgarten. Uns faszinierte vor allem der mühevolle und phantasiereiche Schnitt der vielen Bäume. Im Schatten der herrlich geschnittenen Lindenallee ließ es sich selbst zur Mittagszeit herrlich lustwandeln.
Vom Ende des Barockgartens (mit seinem Pariser Tor und davor der Zinkguss-Skulptur eines Florentiner Wolfshundes bzw. Hundisburger Hund) führte ein Pfad in den Landschaftspark Althaldensleben-Hundisburg. Die Wege im ca.100 ha großen Park wanderten wir aus Zeitgründen und den steigenden Temperaturen natürlich nicht alle ab.
Im Landschaftspark gibt es heute rund 150 verschiedene, zum Teil exotische Baumarten, schade, dass aber kaum ein Baum gekennzeichnet ist.
Dafür wurden wir wenigstens mit, schönen Spazierwegen und Ausblicken in das Tal der Beber belohnt.

Interessant, dass in der Parkkiesgrube etwa in der Mitte des Parks Überreste eiszeitlicher Großsäuger und später auch Steinwerkzeuge und Faustkeile gefunden wurden, die den altsteinzeitlichen Achenleén vor ca. 200.000 Jahren zuzuordnen sind.
Der urplötzlich unerwartet am romantischen Waldsteinbruch (Angelteich) einsetzende Regen, war Anlass, die Wanderung etwas abzukürzen (keine Regenbekleidung mit). Ein Anlass unbedingt noch einmal zu kommen!

Weiter Bemerkungen flechte ich (vielleicht auch scheibchenweise) bei den Fotos ein.
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1 Kommentar
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Manfred Wittenberg aus Nebra (Unstrut) | 03.08.2018 | 18:12   Melden
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