Wenn ein Baum stirbt – Englischer Landschaftspark Cösitz

Die Blutbuche von Cösitz - ein arg gerupftes Huhn
Zörbig: Landschaftspark Cösitz |

Friederike – warum hast Du keinen großen Bogen um die „Verbotenen Wege“ gemacht?

Eigentlich wollte ich erst bei etwas Sonnenschein den Park wieder besuchen – doch darauf müsste ich noch Tage warten. Meine Neugierde war größer.
Olaf Richter, Mitglied des Parkvereins Cösitz, war gerade dabei die Absperrbänder um die Blutbuche wegzunehmen.
Doch das war wohl etwas voreilig,
wie wir wenig später sehen mussten!

Herr Richter musste am letzten Donnerstag leider mit eigenen Augen hilflos zusehen, wie Sturmtief Friederike an der Blutbuche mächtige waagerechte Stämme allmählich zu Fall brachte.

Kein Wunder. An den fast schwarzen Stellen ist deutlich zu erkennen, dass mehrere der angeplatteten Äste nicht vollständig mit dem Hauptstamm verwachsen sind.
Auch setzt Pilzbefall der Buche deutlich sichtbar zu.
Um Besucher nicht zu gefährden müssen in den nächsten Tagen wohl oder übel weitere der prächtigen fast waagerechten Äste ganz abgesägt werden, oder zumindest eingekürzt werden.

Am vielleicht schönsten und längsten Seitenstamm entdeckte Herr Richter am der Stelle, wo er an die Buche angeplattet (geproft) ist in der Rinde feine Risse.
Damit ist wohl auch sein Schicksal besiegelt. Ein Stammstück durfte ich mir zur Erinnerung mit nach Hause nehmen. Es wiegt mit einem Durchmesser und einer Länge von 30 cm sagenhafte 28 kg. Besagter Seitenstamm (seht Fotos) ist aber fast so lang wie der ca. 19 m hohe Hauptstamm – welch ungeheures Gewicht damit auf/am Stamm der Blutbuche (Umfang in 1,30 m Höhe beträgt 6,55 m) lastet…!

Bei einem anschließenden kurzen Rundgang durch den Park musste ich auch sehen, dass Sturmtief Friederike noch weitere Schäden angerichtet hatte.
Beim letzten Sturm war von einer V-förmigen Linde ein Stamm gefallen und hatte damit die Standsicher-heit des zweiten Stammes gefährdet. Die daraus resultierenden notwendigen Fällungsarbeiten hat nun Friederike unaufgefordert erledigt und dabei ca. 30 cm dicke Wurzeln mit aus dem Erdreich gerissen. Nun zeigte sich aber auch, dass der Stamm der Linde hohl war und sich darin schon richtige Pilze angesiedelt hatten.

Wenige Meter entfernt liegen immer noch dicke Baumstämme auf einem Weg. Von einem ehemaligen Baumriesen (Stieleiche) war zwischenzeitlich in Wurzelnähe der Stamm durchgesägt worden. Durch die Entlastung hat sich das Wurzelstück wieder fast völlig aufgerichtet (vergleicht mit dem „Riesenkrater“ davor). Diesmal hatte ich ein Bandmaß mit und konnte einen Umfang von ca. 470 cm messen.

Angesichts dieser schaurig schönen Bilder verzichtete ich auf den Versuch, zum sicherlich weiterhin für Besucher gesperrten Schlosspark Ostrau weiter zu fahren. Dabei blühen an geschützten Stellen die unzähligen Winterlinge auch garantiert wie bei mir im Garten.
Hoffen wir, dass wenigstens die Winterling-Wiesen wie vorgesehen im Februar wieder für Besucher frei zu-gängig sind.
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Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.Mitteldeutsche Zeitung | Erschienen am 24.01.2018
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Gerlinde Klemm aus Halle (Saale) | 24.01.2018 | 16:24   Melden
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